ReviewDynamit

Band
NEVERMORE 
Kategorie
Dynamit 
Heft
RH #277 
Titel
The Obsidian Conspiracy 
Erscheinungsjahr
2010 
Note
8.0 

Century Media/EMI (44:47)

Bevor es Missverständnisse gibt: Wir reden im Falle von „The Obsidian Conspiracy“ von einem Album, das besser ist als 90 Prozent aller anderen Metal-Releases. Aber: Wir reden auch von NEVERMORE, einer Band, die aufgrund ihrer Außergewöhnlichkeit, ihres herausragenden Charakters geliebt wurde, die nicht nur in der ersten Liga mitspielte, sondern mit ihrer Power/Thrash/Progressive-Melange immer, wirklich immer haushoher Meisterschaftsfavorit war. „The Obsidian Conspiracy“ ist nun aber leider nicht traumhaft, magisch, gefangen nehmend, die Platte ist nicht genial - und damit doch deutlich unter „The Politics Of Ecstacy“, „Dead Heart In A Dead World“ oder „This Godless Endeavor“ (und auch dem Rest) anzusiedeln. „The Obsidian Conspiracy“ wirkt ein wenig, als wäre diese einstmals so stolze Band ins Wanken geraten und hätte nach zu langer Pause nicht gewusst, wohin des Weges: Dafür sprechen neben der durchschnittlichen, unauffälligen Produktion von Peter Wichers vor allem und in erster Linie natürlich die Songs. Der Großteil ist näher an Frontmann Warrel Danes Soloalbum „Praises To The War Machine“ als am eigenen Backkatalog und damit für NEVERMORE-Verhältnisse viel zu straight und refrainorientiert.
Während sich Super-Gitarrist Jeff Loomis merklich zurückhält, führt Dane mit seinen melodischen (aber auch nicht immer perfekten) Gesangslinien durch „Hits“ wie ´Moonrise (Through Mirrors Of Death)´, ´And The Maiden Spoke´ oder ´Without Morals´ - alles prinzipiell gute Songs, die man nach einem Dutzend Durchläufen allerdings auch bereits ein wenig über hat. Dazu kommen zwei weitere Stolpersteine: Mit den ziemlich nervigen ´The Termination Proclamation´ und ´Your Poison Throne´ (diese „Rise“-Shouts gehen nullinger!) stehen die beiden schwächsten Stücke des Albums ganz am Anfang, und die Ballade ´The Blue Marble And The New Soul´ beeindruckt vor allem durch ihre Unauffälligkeit.
Um noch mal auf die erste Feststellung dieses Reviews zurückzukommen: Niemand, der „The Obsidian Conspiracy“ kauft, braucht Angst davor zu haben, sich schlechte Musik ins Regal zu stellen, denn dieses Album enthält objektiv betrachtet herausragende Musik (mit dem abschließenden Titelsong und dem tatsächlich unwiderstehlichen Ohrwurm ´Emptiness Unobstructed´ als Highlights). Aber als NEVERMORE-Fan darf, nein: muss man alles in allem von einer Enttäuschung reden.


Boris Kaiser 8.0

AMAZONEMPFEHLUNG

 
 

Diese Seite verwendet Cookies. Erfahrt in unserer Datenschutzerklärung mehr darüber, wie wir Cookies einsetzen und wie Ihr Eure Einstellungen ändern und Cookies deaktivieren könnt. Darüber hinaus verwenden wir Cookies Dritter für die Einbindung audiovisueller Inhalte durch Youtube, Spotify und Soundcloud. Dem könnt ihr hier zustimmen oder dies ablehnen. Datenschutzerklärung ansehen