ReviewAlbum

Band
JUDAS PRIEST 
Kategorie
Album 
Heft
RH #255 
Titel
Nostradamus 
Erscheinungsjahr
2008 
Note
6.0 

(102:46)
Trotz der kleinen Spitze im Sweden-Rock-Live-Review: So richtig „scheiße“ ist „Nostradamus“ nicht, denn es finden sich mit dem pathetischen Hookline-Hammer ´Pestilence And Plague´, dem in seiner Düsternis an Black Sabbaths „Tyr“-Phase erinnernden ´Death´ oder dem spannend arrangierten Rauswerfer ´Future Of Mankind´ durchaus diverse Höhepunkte auf der Doppel-CD, die MINDESTENS „Angel Of Retribution“-Niveau erreichen. Zudem singt Rob Halford extrem abwechslungsreich und wagt sich auch an ungewöhnliche Gesangslinien. Was „Nostradamus“ in die Mittelmäßigkeit stürzt, sind nicht nur der von Götz bereits im Vorfeld völlig zu Recht kritisierte klinische Gitarrensound und die streckenweise unerträglich schwülstigen Keyboards, sondern vor allem Priests Pseudo-Ambitionen, die zu einem langatmig-belanglosen Konzept geführt haben, das ein wenig an jüngere Manowar-Schandtaten erinnert.
Im Presse-Info bezeichnet Halford die Vertonung der Geschichte von Nostradamus als „Herzensangelegenheit“ - und genau das kann man zumindest anzweifeln. Man hat ständig das Gefühl, dass es mal wieder Zeit für eine neue Priest-Platte war, die Band ihre Ideen-Tapes gesichtet und sich vor lauter Unlust, Sachen rauszukürzen, dazu entschlossen hat, den Schmonzes einfach komplett aufs Band zu hämmern.
Das Grundgerüst mag stimmen - die Verzierungen machen alles kaputt.


Boris Kaiser 6.0

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