ReviewAlbum

Band
IN EXTREMO 
Kategorie
Album 
Heft
RH #134 
Titel
Weckt die Toten 
Note
9.5 

Es geht kein Weg daran vorbei, hier muß scharf geschossen werden - und zwar mit Superlativen: Bühne frei für fahrende Spieler, für streunende Vagabunden, für den lebenslustigen Einbruch des musizierenden Mittelalters in die gestylte, technologische Gefühlssteinzeit! IN EXTREMO heißen die Herzensbrecher des Jahres - und sie werden auch eure Seelen für sich gewinnen. Alles begann mit vier jungen Männern, die mit Dudelsäcken, Schalmeien, Cyster und Flöten im Gepäck aufbrachen, um vorrangig Mittelaltermärkten zu musikalischer Farbe zu verhelfen. Dann kamen Musiker der ostdeutschen Rockbands Noah, Freygang und Tausend Tonnen Obst hinzu - und die Explosionsmelange aus authentischem, altem Liedgut und heftigem Metal mit gigantisch fetten Gitarrenriffs und knackigem Drumming war perfekt. IN EXTREMO gehen vorrangig straight vor, bieten kernige, eingängige Stücke, die sofort wirken. Sei es der beschwingt-flockige Opener 'Ai Vis Lo Lop', der Midtempo-Ohrwurmreißer 'Como Poden', der herb-männlich geprägte Liebeszauber 'Rotes Haar' oder die mitreißende Version des Stücks 'Totus Floreo' (entschieden besser gelungen als einst die Version von Feeling B) - jeder Song entpuppt sich als Volltreffer. Haargenau so muß Mittelalter meets Hartmetall klingen! Doch das eigentliche Highlight dieses wahnsinnig schönen Debütalbums ist eines der ältesten Lieder in der menschlichen Geschichte überhaupt: Ich hätte nie gedacht, daß man das 'Palästinalied' so packend, faszinierend und mit solcher ehrlichen Inbrunst interpretieren kann. Ungelogen: Mir kamen wirklich Tränen der Freude und Rührung. Es bleibt nur ein Fazit: Bereits mit ihrem ersten Longplayer machen sich diese Berliner Vagabunden unsterblich und sind für mich definitiv DER Newcomer '98!


Wolf-Rüdiger Mühlmann 9.5

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