ReviewDynamit

Band
NIGHTWISH 
Kategorie
Dynamit 
Heft
RH #205 
Titel
Once 
Erscheinungsjahr
2004 
Note
9.5 

(60:45)
NIGHTWISH hatten schon immer ein Faible für das Pompöse, übernatürlich Große und breit Klingende. Insofern war es quasi ein Geschenk des Himmels, dass die Finnen bei dieser Platte mit dem Orchester der Londoner „Academy Of St. Martin In The Fields“ arbeiten konnten. Okay, dieses Geschenk haben sie sich selbst gemacht bzw. selbst bezahlt, aber das Orchester passt ganz einfach hervorragend zu den Breitwandkompositionen von Keyboarder Tuomas. Die warmen Töne der klassischen Instrumente hauchen den bombastischen Songgebilden des Tastenvirtuosen organisches Leben an.
Und doch ist „Once“ keine dieser typischen Klassik/Metal-Synthesen. Im Gegenteil: Mitunter rocken NIGHTWISH ziemlich hart auf dieser Platte. Das kernige ´Romanticide´ sei hier als Beispiel genannt, ebenso ´Dead Gardens´, bei dem Tuomas´ Vorliebe für Megadeth-artiges Riffing durchschimmert.
Gänzlich aus dem Rahmen fällt das für NIGHTWISH-Verhältnisse ungewöhnlich kalte ´Wish I Had An Angel´, das mit einem modernen, simplen und tanzbaren Riff unterlegt wurde und zu einem der Höhepunkte von „Once“ gehört, ebenso wie die wundervolle erste Singleauskopplung ´Nemo´ und die herzerweichende Ballade ´Kuolema Tekee Taiteilijan´.
Völlig in ihrem Element gehen NIGHTWISH aber in den überlangen ´Ghost Love Score´ und ´Creek Mary´s Blood´ auf, wo das Orchester richtig zum Zuge kommt und auch Tarja zur absoluten Hochform aufläuft. Das ist ganz großes Kino! (Nein, Frank, das ist eine Audio-CD. - Red.)


Frank Albrecht 9.5

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