ReviewAlbum

Band
PAPA ROACH 
Kategorie
Album 
Heft
RH #183 
Titel
Lovehatetragedy 
Erscheinungsjahr
2002 
Note
7.5 

PAPA ROACH rollten zur Jahrtausendwende mit ihrem Major-Debüt „Infest“ gehörig die Charts auf und konnten neben diversen Platin-Auszeichnungen auch die Herzen trendwilliger Rock-Kids gewinnen, die auf dem Schulweg bis zur Besinnungslosigkeit „Cut my life into pieces, I´ve reached my last resort“ trällerten.
Die Erwartungen an den nächsten Output der vier goldenen Kakerlaken sind also dementsprechend hoch. „Lovehatetragedy“ klingt organischer, kantiger und weniger eingängig als der umjubelte Vorgänger. Die eindimensionalen Rap-Passagen und HipHop-Fragmente hat Sänger Jacoby Shaddix alias Coby Dick zu Gunsten variabler Gesangseinlagen auf ein Minimum zurückgefahren, und auch die mitreißenden Jump-Parts sind einem straighteren Gitarrenspiel gewichen. Anno 2002 experimentiert das kalifornische Quartett unter der Aufsicht von Produzent Brendan O´Brien (Korn, R.A.T.M., Pearl Jam, Stone Temple Pilots) mit Punk-Elementen wie zum Beispiel im knackigen Opener ´M-80 (Explosive Energy Movement)´, epischer Dramatik (´Black Clouds´) oder Funk-Spielereien und dynamischen Wechseln (´Singular Indestructible Droid´).
Im Gegensatz zum letzten Album, das in den Texten sozialkritische Themen aufgriff, behandeln die Lyrics (wie schon der Albumtitel erahnen lässt) diesmal persönliche Beziehungsgeschichten. Entsprechend atmosphärisch und depressiv klingen Nummern wie ´Lovehatetragedy´ und ´Decompression Period´, das sich von einer meditativen Ballade zum Rocktrack steigert. Die energiegeladene erste Single-Auskopplung ´She Loves Me Not´ und die Coverversion des expressiven Pixies-Songs ´Gouge Away´ unterstreichen die Absichten des US-Vierers, eine progressive, moderne Rock-Richtung einzuschlagen.
Mit dem rotzigen Ungeziefer ist auch weiterhin zu rechnen.


Conny Schiffbauer 7.5

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