ReviewDynamit

Band
DOWN 
Kategorie
Dynamit 
Heft
RH #179 
Titel
Down II 
Erscheinungsjahr
2002 
Note
9.5 

Verdammt lange musste die Fangemeinde auf den Nachfolger des großartigen Debüts ?NOLA? dieser aus Pantera-, Crowbar, C.O.C.- und EyeHateGod-Mitgliedern bestehenden Southern-Allstar-Truppe warten. Zu lange? Definitiv nicht, denn obwohl seither sechs Jahre vergangen sind, hat sich das Warten gelohnt. Zwar beginnt die Scheibe mit dem Black Sabbath-lastigen ´Lysergic Funeral Procession´ eher unspektakulär und lässt befürchten, die Band hätte ihr Pulver bereits mit dem Erstling verschossen. Dann geht es jedoch richtig ab, und DOWN schütteln sich einen Killersong nach dem anderen aus dem Ärmel. ´There´s Something On My Side´ groovt fett wie ein schwangeres Walross beim Headbangen, das eingängige ´Man That Follows Hell´ könnte zunächst als Nachfolger des Debüt-Hits ´Stone The Crow´ durchgehen, legt jedoch gegen Ende immer mehr an Härte zu, das arschcoole ´Stained Glass Cross´ watet inklusive Hammond-Orgel knietief in den Siebzigern und lebt von seinem eingängigen, mit Southern Rock-Gitarren unterlegten Refrain, während ´Ghosts Along The Mississippi´ wie eine psychedelisch angehauchte Mischung aus C.O.C. und Led Zeppelin klingt und Phil Anselmo bei der unter die Haut gehenden Ballade ´Learn From This Mistake´ seine beste Gesangsleistung seit Jahren abliefert.
Ähnlich abwechslungsreich wie die genannten Titel klingt auch der Rest der insgesamt 15 Songs, wobei ´Doobinterlude´ und ´Flambeaux´ mehr kurze Zwischensequenzen sind. Immer wieder gibt es neue Elemente zu entdecken. Blues, Doom, Southern Rock und Einflüsse von allen vier Hauptbands der beteiligten Musiker - am deutlichsten wohl C.O.C. - ergeben eine lebendige, atmende Mischung, die auch nach dem x-ten Durchlauf noch neue Details offenbart und ?Down II? damit das Prädikat ?zeitlos? verleiht.
Ein großartiges Stück Rockmusik, das auch in 20 Jahren noch relevant sein wird!


Andreas Stappert 9.5