ReviewAlbum des Monats

Band
KREATOR 
Kategorie
Album des Monats 
Heft
RH #173 
Titel
Violent Revolution 
Erscheinungsjahr
2001 
Note
9.5 

In Sachen KREATOR bin ich eigentlich der denkbar intoleranteste Hörer und Kritiker, denn nach ”Pleasure To Kill” (1986) hat mich die Band von Album zu Album immer weniger interessiert - und das jüngste Liebäugeln mit düster-rockendem, glattem Anspruch auf ”Endorama” rief bei mir allenfalls nur Gähnen hervor. Insofern konnte ich der Band genauso gleichgültig gegenübertreten wie einem mir gänzlich unbekannten Newcomer.
Jetzt aber, nach dem circa 20. Durchlauf von ”Violent Revolution”, gibt es für mich zur Zeit fast nur einen Bandnamen, den ich voller Inbrunst ausrufe, wenn es um ungezügelte Power, Aggression, Wut und Spielfreude geht. Hölle! Dieses Album ist ein Killer! KREATOR - oder besser: Bandkopf Mille - haben wieder Blut geleckt, sich endlich zu ihrer Thrash-Vergangenheit bekannt - und transportieren diese mit sagenhafter Leichtigkeit in die Gegenwart. Die Basis von ”Violent Revolution” ist Thrash in seiner ungezügelten, rohen Form. Erweitert wird dieser Sound mit zeitgemäßem, rifflastigem Metal. Das finale Gebräu tritt mächtig Arsch, ist aber trotz aller spontanen, frischen Angriffslust höchst niveauvoll und vielschichtig. Dies hat man ganz offensichtlich dem neuen Gitarristen Sami Yli-Sirniö zu verdanken, der ein höchst interessantes, eigenes Melodie- und Technikverständnis in die Band einbringt.
In klanglicher Hinsicht kann man die Scheibe als modernes Turbo-Kraftpaket bezeichnen - Andy Sneap hat aus einer deutschen Band eine universelle Powermaschine gemacht, ohne dabei den Namen KREATOR und dessen Historie zu ignorieren.
Was diese Band heutzutage so ungemein wertvoll macht, ist aber vor allem die Fähigkeit zu dauerhaft hoher Qualität: Auf diesem Album versteckt sich nicht ein einziger Blender. Der Ohrgasmus ist von Dauer - seien es Hochgeschwindigkeitskracher wie ´Reconquering The Throne´ und ´All Of The Same Blood´ oder fürstliche Midtempostücke mit Genre-Hitcharakter (´Violent Revolution´ und mein persönliches Highlight ´Ghetto War´).
Die Glanzleistung aus Essen gibt mir persönlich mehr als das alles andere als schwache neue Album von Destruction. Auch ”God Hates Us All” kann nicht wirklich dagegen anstinken.


Wolf-Rüdiger Mühlmann 9.5

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