ReviewAlbum des Monats

Band
FATES WARNING 
Kategorie
Album des Monats 
Heft
RH #55 
Titel
Parallels 
Erscheinungsjahr
1991 
Note
10.0 

Obwohl FATES WARNING einen Klassiker nach dem anderen veröffentlicht haben, reichte es bisher nichtmal ansatzweise zum Durchbruch. Manchem wird die Musik nicht hart genug sein, andere werden das zu komplizierte Songwriting bemängeln. So befand sich auf dem letzten Album "Perfect Symmetry" mit "Through Different Eyes" nur ein Song, der allerorts Anklang fand. Den begrenzten Kreis der Progressiv-Fans störte das freilich nicht. "Eye To Eye" heißt der Song, mit dem FATES WARNING sich und ihr kleines Erfolgsschema selbst kopiert haben. Die "No Exit"-Phase mit rauhen Gitarren, wilden Progressiv-Orgien und spitzen Schreien ist endgültig vergessen. FATES WARNING klingen zwar (wie schon auf "Perfect Symmetry") wesentlich geschliffener, aber auch ausgeglichener und harmonischer. Da sitzt einfach jeder Ton, und selbst Sänger Ray Alder, der manchmal etwas überdreht wirkte, hat an Reife dazugewonnen. Das facettenreiche Drumming von Mark Zonder übertrifft sogar Queensryches Scott Rockenfield um Längen, und auch die Gitarren könnten kaum besser sein. Die Songs? Allesamt großartig und trotz technischer Meisterleistungen für jedermann leicht nachvollziehbar. Das sich steigernde "The Eleventh Hour" ist klar eine phantastische Hommage an Magnum, "Point Of View" glänzt durch einen einprägsamen Chorus. "The Road Goes On Forever" ist eine typische F.W.-Superballade, "Don't Follow Me" ein flotter Kommerzrocker, "Life In Still Water" erinnert etwas an beste Queensryche-Phasen. Bis auf das gehandicapte "Eye To Eye" besteht diese Platte ausschließlich aus Melodic-Rock-Krachern. 10 Punkte, was sonst?


Holger Stratmann 10.0

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