ReviewDynamit

Band
IOMMI 
Kategorie
Dynamit 
Heft
RH #162 
Titel
Iommi 
Note
8.0 

Der Spagat ist gelungen. Ex-Black Sabbath-Gitarren-Monolith TONY IOMMI hat es auf seinem ersten Soloalbum geschafft, Sabbath-mäßige Höllenriffs mit topmodernen Sounds und Gastsängern unterschiedlichster Coleur unter einen Hut zu bringen, ohne sich dabei bis auf die Knochen zu blamieren. Zusammen mit Producer/Songwriter Bob Marlette (Alice Cooper, D.L. Roth, Rob Halford) sägte er zehn ebenso atmosphärische wie kompakte Midtempo-Groover aus, die keineswegs nur von Iommis grandiosen Monsterriffs leben, sondern auch den Gastsängern alle Möglichkeiten bieten, sich frei zu entfalten. Pete Steele, Ozzy und Ian Astbury lösen ihre Aufgabe fehlerfrei, werden jedoch von den übrigen Kollegen noch locker übertroffen: Billy Idol klingt fast wie Jon Oliva zu besten Savatage-Zeiten, Panteras Phil Anselmo röhrt herrlich diabolisch vor sich hin, Serj Tankian (System Of A Down) verstärkt auf 'Patterns' die eh schon latent vorhandenen orientalischen Vibes, Skunk Anansies Skin lässt 'Meat' noch zerbrechlicher klingen, und Billy Corgan feiert beim flotten 'Black Oblivion' mit einem fetten Grinsen den Abgang seiner Smashing Pumpkins. Bleiben noch die erste Single 'Goodbye Lament', eine von Dave Grohl (Foo Fighters) exzellent interpretierte Stampf-Hymne, und das absolute Albumhighlight 'Laughing Man (In The Devil Mask)', bei dem Henry Rollins fast so monströs aus den Boxen tönt wie die meterdicken, rasiermesserscharfen Gitarren-Attacken. Diese CD ist eine der wenigen wirklich generationenübergreifend funktionierenden Allround-Platten der Metal-Historie und müsste sowohl 50jährige Sabbath-Frührentner als auch 15jährige Neo-Metal-Zahnspangen ansprechen.


Michael Rensen 8.0

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