ReviewAlbum des Monats

Band
HALFORD 
Kategorie
Album des Monats 
Heft
RH #160 
Titel
Resurrection 
Erscheinungsjahr
2000 
Note
9.0 

Wer hätte vor zwei Jahren ernsthaft damit gerechnet, dass Rob Halford nach seinen Fight- und Two-Exkursionen ins Lager der Metal-Traditionalisten zurückfinden würde? Und wer hätte damit gerechnet, dass er seine Stimme nach zehnjähriger Vergewaltigung noch einmal auf altes Judas Priest-Niveau hochschrauben könnte? Richtig, niemand. Aber Rob hat allen, wie wir inzwischen wissen, gezeigt, dass man einen Mann seiner Klasse niemals abschreiben darf, und mit "Resurrection" mal eben seine persönliche "Painkiller"-Fortsetzung veröffentlicht. Schon der Opener 'Resurrection' erinnert an das letzte große Priest-Album von 1990, auch wenn Producer und Co-Songwriter Roy Z - ähnlich wie bei Bruce Dickinson - Wert auf einen moderneren Gitarrensound gelegt hat. Die Vocals dagegen erinnern teilweise an alte Priest-Klassiker wie "Killing Machine" oder "British Steel" (bestes Beispiel: die Midtempo-Granate 'Made In Hell') und jagen dem erstaunten Hörer eine Gänsehaut nach der anderen über den Pelz. Und es gibt weitere Parallelen zur Priest-Vergangenheit: Die epische Halbballade 'Silent Screams' erinnert vom Ansatz her an 'Beyond The Realms Of Death', 'Slow Down' aufgrund der Gesangsmelodie sogar an Classics wie 'The Rage' oder 'Steeler', und melodische Heavy-Rocker wie 'Night Fall' oder 'Temptation' hätten durchaus auf der B-Seite von "Painkiller" zwischen 'Night Crawler' und 'A Touch Of Evil' stehen können. Außerdem muss 'The One You Love To Hate', ein von Bruce Dickinson und Rob Halford gemeinsam komponierter und gesungener Song, unbedingt als Highlight genannt werden. Und der Rest? Auch hier gibt's nach wiederholten Durchläufen noch manche Perle zu entdecken, was vor allem Robs charismatischer Stimme zuzuschreiben ist. So, Judas Priest, jetzt müsst ihr nachlegen!


Götz Kühnemund 9.0

AMAZONEMPFEHLUNG