ReviewDynamit

Band
RAGE AGAINST THE MACHINE 
Kategorie
Dynamit 
Heft
RH #151 
Titel
The Battle Of Los Angeles 
Erscheinungsjahr
1999 
Note
8.5 

Solange es Not und Elend in der Welt gibt, wird Zack de la Rocha mit einer wütenden Radikalität und Kompromißlosigkeit dagegen ansingen, die im Rock-Sektor (leider) einmalig ist. Und auf "The Battle Of Los Angeles" kann er auch wieder auf seine Nebenleute bauen, die nach einem leichten Formtief zu alter Bestform zurückgefunden haben. Von der leichten Orientierungslosigkeit des letzten Albums "Evil Empire" ist nichts geblieben, RAGE AGAINST THE MACHINE rocken wieder so zielstrebig, brachial und groovy gegen soziale Mißstände wie zu Debüt-Zeiten. Die Rhythmus-Abteilung hat den Punch und Drive eines mit Schmackes geworfenen, prall gefüllten Molotowcocktails, Zack kreischt und schreit seine feinfühlig formulierten Messages in die Gehörgänge der auf dem linken Ohr Tauben, und Gitarren-Wizard Tom Morello entlockt seinem sechssaitigen Baby wieder einmal völlig ohne digitalen Schnickschnack die unglaublichsten Sounds. Der Opener 'Testify' klingt wie ein startendes Raumschiff, bei 'Calm Like A Bomb' heulen alle Sirenen von L.A., und bei 'Voice Of The Voiceless' schafft es Morello tatsächlich, sein Wimmerbrett wie einen Dudelsack (!) klingen zu lassen. Dazwischen gibt's reife Mannschaftsleistungen wie die hochexplosive Hitgranate 'Guerilla Radio', den punkigen Dauerläufer 'Sleep Now In The Fire' oder die lupenreine, großartige HipHop-Attacke 'Mic Check'. Lediglich bei den arg fiependen 'Maria' und 'Ashes In The Fall' runzelt man kurz die Stirn - aber hey, wer hat jemals behauptet, Revolutionen würden ohne (Ohren-)Schmerzen über die Bühne gehen? Nie waren RAGE AGAINST THE MACHINE so wichtig und wertvoll wie heute!


Michael Rensen 8.5

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