ReviewAlbum des Monats

Band
SIX FEET UNDER 
Kategorie
Album des Monats 
Heft
RH #124 
Titel
Warpath 
Erscheinungsjahr
1997 
Note
10.0 

Sieht man sich die Entwicklung der Todesblei-Szene in den letzten Jahren an, ist man geneigt, all den Möchtegern-Propheten Recht zu geben, die orakeln, der klassische Death Metal sei so gut wie tot. Doch Gott sei Dank gibt es Kapellen wie SIX FEET UNDER, die mit ihren Alben beweisen, daß für die Trendmucke der frühen Neunziger noch nicht aller Tage Abend ist. Ganz im Gegenteil! Die zweite Longplay-Scheibe der Amis ist DAS Killer-Album des Monats, das man sogar getrost zu den besten Releases zählen darf, die im Sensenmann-Genre jemals herausgekommen sind! Na ja, bei dem erstklassigen und geschichtsträchtigen Line-up dieser Band ist das ja auch kein Wunder: Neben Ex-Death/Massacre-Langholzknecht Terry Butler und dem ehemaligen CC-Grunzer Chris Barnes gehört bekanntlich auch Allen West, der seit "Slowly We Rot" bei Obituary die sechs Saiten bearbeitet, zur Mannschaft. Und der Klampfer hat sich für "Warpath" einige brachiale Hammer-Riffs einfallen lassen, die zwar Parallelen zu denen von Obi zulassen, jedoch für meine Begriffe viel mehr Drive und Heaviness besitzen. Die neuen Songs bieten hundertprozentig das volle Midtempo-Brett und übertreffen in puncto Qualität locker das Material des Debüts "Haunted" und der Mini "Alive And Dead" - einerseits durch die unheimliche Power und die fette Produktion, andererseits aber auch durch die variableren Vocals des ehemaligen Kannibalen-Shouters. Tighte Kracher wie 'Animal Instinct', 'Burning Blood', 'Revenge Of The Zombie' oder 'Night Visions', um ein paar Anspieltips zu nennen, sind aber nicht nur wegen ihrer Voll-auf-die-Zwölf-Brachialität, sondern vor allem aufgrund ihres rock'n'rolligen Charakters ein unweigerlicher Angriff auf die Nackenmuskeln. SIX FEET UNDER erklären mit dieser Scheibe allen oben genannten Scharzmalern den Krieg und zeigen ihnen den erhobenen Mittelfinger. Jawoll, so muß es sein!!


Kai Wendel 10.0