(Gallery Books)
Wenn selbst der völlig verstrahlte Ozzy (mit professioneller Hilfe) noch ziemlich vernünftige Memoiren aus seinem zerschossenen Langzeitgedächtnis hervorzaubert, kann natürlich auch Space-Ace ´ne lesenswerte Rückblende zustandebringen. Dafür holt sich der Original-KISS-Leadgitarrist den Ghostwriter, der zuletzt Dave Mustaines „Mein wahres Ich“ in Form brachte. Die 320 englischsprachigen Seiten lesen sich über weite Strecken mit einer gewissen Distanz, die für Fans von typischen Musiker-Biografien kein Problem ist, Die-hard-KISSaholics jedoch ein paar Fragezeichen auf die Stirn drucken wird. Viele Mysterien aus Ace´ KISS-Zeit bleiben unaufgeklärt. Dass Gene Simmons nicht mit den drei anderen duschen wollte, sie aber ab und zu mit Sackratten ansteckte, dass Ace von seiner Mutti zur KISS-Audition gefahren wurde und seinem Nachfolger Tommy Thayer mal eine geknallt hat, ist lediglich die Spitze des Anekdoteneisbergs, den Ace uns hätte spendieren können. Dafür breitet er offenherzig seine Zeit als Klebstoff schnüffelnde, versoffene Koksnase aus. Das hat Unterhaltungswert, für wirkliche KISS-Intimitäten sei aber mal wieder Lydia Criss´ grandioses „Sealed With A KISS“ empfohlen, auch wegen der zahlreicheren Fotos.