Century Media/EMI (45:11)
Seien wir mal ehrlich: Die letzten beiden Alben der Florida-Metal-Institution waren alles andere als das Gelbe vom Ei, und auch deren Vorgänger „The Glorious Burden“ bot neben viel Licht auch einiges an Schatten. Insofern waren die Erwartungen an „Dystopia“ eher gering - zumal ja auch schon wieder ein neuer Sänger... Tja, so kann man sich täuschen!
Jon Schaffer nimmt mit „Dystopia“ gekonnt sämtlichen Kritikern den Wind aus den Segeln und überrascht mit einem unerwartet starken Album. Der tolle titelgebende Opener wütet zeitweilig in fast schon ´Painkiller´-kompatibler Priest-Manier, ´Anthem´ macht seinem Namen alle Ehre und mutiert blitzschnell zum Widerhaken-bewehrten Langzeit-Ohrwurm, ´Anguish Of Youth´ und ´V´ sind hymnenhafte ICED EARTH-Klassiker in Reinkultur, mit dem Maiden-artig beginnenden ´Dark City´ ist eine sehr vielschichtige und beschwingte Nummer am Start, während sich ´Days Of Rage´ als eines der härtesten Bandstücke ever entpuppt. Auch der Rest überzeugt. Und Stu Block brilliert als extrem vielschichtiger Sänger, der in den mittleren Tonlagen absolut an Matt Barlow erinnert, gleichzeitig aber auch geile Screams in bester Halford/Owens-Manier beherrscht. Unterm Strich die stärkte ICED EARTH-Platte seit „Horror Show“.
DISKOGRAFIE
Iced Earth (1990)
Night Of The Stormrider (1991)
Burnt Offerings (1995)
The Dark Saga (1996)
Days Of Purgatory (Demos & Re-Recordings, 1997)
Something Wicked This Way Comes (1998)
The Melancholy EP (EP, 1999)
Alive In Athens (Live, 1999)
Horror Show (2001)
Tribute To The Gods (Coveralbum, 2002)
The Reckoning (EP, 2004)
The Glorious Burden (2004)
Framing Armageddon (2007)
The Crucible Of Man (2008)
Dystopia (2011)
LINE-UP
Stu Block (v.)
Troy Seele (g.)
Jon Schaffer (g.)
Freddie Vidales (b.)
Brent Smedley (dr.)
DIE PATEN
Wem die folgenden Bands gefallen, der könnte auch „Dystopia“ mögen:
Jag Panzer, Blind Guardian, Demons & Wizards, Judas Priest, Wolf, Steel Prophet, Tad Morose, Eidolon, Charred Walls Of The Damned, Brainstorm, Iron Maiden, Metallica
Und das sagt Gitarrist Jon Schaffer über seinen erstmals auf „Dystopia“ zu hörenden neuen Frontmann Stu Block:
»Ich habe ganz sicher nicht nach einem Matt-Barlow-Klon gesucht, und das ist Stu auch nicht. Ich brauchte jemanden mit einer flexiblen Stimme, der die mittleren Tonlagen gut draufhat, weil diese bei ICED EARTH am meisten eingesetzt werden.«