ReviewAlbum

Band
ZZ TOP 
Kategorie
Album 
Heft
RH #297 
Titel
A Tribute From Friends 
Erscheinungsjahr
2012 
Note

Show Dog/Universal (45:52)
Nein, das hier ist nicht das neue Album der texanischen Legende, und obwohl erste Songs bereits durchs Netz geistern, weiß nur der Deibel allein, wann es veröffentlicht werden wird. Das hier sind elf Coverversionen von, ähem, Freunden. Und wenn man sich die Freundesliste so anschaut, dann fällt einem zuerst folgender Satz ein: Wozu braucht man eigentlich Feinde, wenn man solche Freunde hat?
Beginnen wir mit dem Abartigsten: Nickelback. Der kantenlose Aalglattsänger schlechthin kuschelrockt sich durch ´Legs´. Musikalisch geht das sogar halbwegs, die Instrumentalfraktion ist ja nicht ganz mies, aber wenn man ständig das Gefühl hat, dass aus den Boxen die treudoofen Dackelaugen von Chad Kroeger glotzen, kriegt man echt Arschkrämpfe. Ebenfalls das Thema komplett verfehlen Filter, die ´Gimme All Your Lovin´´ durch den Verzerrer gejagt haben. Auch wenn es grundlegend positiv ist, einer Coverversion einen gänzlich anderen Charakter zu verleihen - aber Richard Patrick weiß doch seit Jahren nicht mehr, wie vernünftiger Industrial-Rock/Metal gespielt wird! Ihre Arbeit gut verrichtet haben Coheed And Cambria mit ´Beer Drinkers And Hell Raisers´, Daughtry mit dem geschmackssicheren Doppel ´Waitin´ For The Bus´/´Jesus Just Left Chicago´ sowie Mastodon mit ´Just Got Paid´. Die Kollaboration aus Mick Fleetwood und Steven Tyler, Wolfmother, Duff McKagan´s Loaded sowie Wyclef Jean haben sich ebenfalls achtbar aus der Affäre gezogen. Die Frage ist nur, wer sich das kaufen soll. ZZ TOP-Fans jedenfalls nicht.


Wolf-Rüdiger Mühlmann