Iron Shield/Twilight (42:38)
Der international inflationär genutzte Name TORMENTOR sollte bei allem Geschichts- und Selbstbewusstsein für deutsche Thrasher mit Ruhrpott-Retrosound und Mille-Vocals tabu sein. Eine starke Interpretation von Kreators ´Tormentor´ erhöht den Druck auf die neun Eigenkompositionen noch. Die Ausgangsbedingungen der talentierten Brandenburger Teenager gleichen denen der Suicidal Angels 2009, nur ohne deren Label- und Bookingagentur-Support: viel sympathischer Enthusiasmus, enorme jugendliche Energie und ein Gespür für rohen, direkten Thrash. Die Eigenständigkeit im Blend der Einflüsse, die Ketzer und Cruel Force auszeichnet, fehlt. Das Songwriting zündet noch nicht völlig, ausdruckslose Cleangitarren zu Albumbeginn, im Titelstück und vor ´The Hidden Beholder´ killen des Aggressionslevel. Im besagten Mittelsong stört der gesprochene Teil, im Schulhofmassakerkontext von ´Feed With Aggression´ der eingesampelte Nachrichtenkommentar. Das Quartett hätte sein großes Potenzial lieber mit einem weiteren Demo und dann einem unter Produzentenobhut sauber eingespielten, entschlackten Debütalbum geschärft.