RH #312Krach von der Basis

AL-NAMROOD

Kriegserklärung

AL-NAMROOD

Das Königreich Saudi-Arabien ist eine absolutistische Monarchie. Es gibt öffentliche Hinrichtungen, keinen Alkohol, keine Konzerte, keine Kinos, Frauen dürfen keine Autos fahren. Musik machen gilt als unislamisch und ist verboten. Die Religionspolizei gilt als unbarmherzig. Man könnte sich keinen schlechteren Ort auf der Welt vorstellen, um eine Band zu gründen. AL-NAMROOD riskieren Leib und Leben. Sie spielen orientalisch beeinflussten Black Metal und veröffentlichen keine Fotos. Aus verständlichem Grund.

Die Band ist dazu verdammt, im Verborgenen zu agieren. Über das kanadische Label Shaytan Production hat man seit 2008 drei Studioalben veröffentlicht. Doch selbst ihre Nachbarn ahnen nichts davon.

»Die Religionspolizei kann jederzeit in dein Haus kommen und dich ohne Angabe von Gründen ins Gefängnis werfen. Wohlgemerkt auch Leute, die sich nichts zu schulden kommen lassen. Wir proben geheim, wir werden niemals einen Auftritt in unserem Land machen können. Es würde einem Todesurteil gleichen.«

Harter Tobak, den Gitarrist/Bassist Mephisto hier verkündet. Gemeinsam mit seinen Mitstreitern Mudamer (g.) und Ostron (orientalische Instrumentierung) agiert er unter dem Namen AL-NAMROOD buchstäblich im Underground.

»Es gibt keine Studios, es gibt keine Wege, das Land zu verlassen, ohne verdächtig zu werden. Wir proben an einem Ort, den nur wir kennen, und nehmen auch alles selbst auf. Es gibt eine kleine, eingeweihte Szene, wir treffen uns in unseren Wohnungen und hören Metal....

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