RH #301Interview

SLIME

Vierter Bildungsweg

SLIME

Sie können es glücklicherweise nicht lassen: Deutschlands Vorzeige-Polit-Punks SLIME haben sich ein weiteres Mal zusammengerauft und nehmen mit „Sich fügen heißt lügen“ allen voreiligen Skeptikern den Wind aus den Segeln.

Es ist nach den Splits 1984 und ´94 der inzwischen dritte und schwierigste Anlauf. Texter/Schlagzeuger Stephan Mahler und Bassist Eddi Räther sind nicht mehr an Bord, und die meisten SLIME-Weggefährten haben sich entweder aufgelöst, langweilen auf Senioren-Retro-Events oder spielen Schlager. Punk mit Arschtritt und Message ist 2012 im Vergleich zum boomenden Deutschrock eine winzige Nische, in der kaum noch neue Fans nachwachsen. Doch gerade deshalb könnten die Norddeutschen mit ihrem dritten Frühling frischen Wind in die Szene bringen. Sänger Dirk „Dicken“ Jora stellt sich in Berlin-Kreuzberg den Rock-Hard-Fragen.

Dirk, ich bin fast enttäuscht...

»Oh!«

...weil ich von euch 2012 ein zahnloses Alterswerk erwartet hatte, das sich eher nach den Toten Hosen anhört.

»Ach, so herum bist du enttäuscht (lacht). Es war uns klar, dass viele Leute dachten, dass wir jetzt ein bisschen larifari klingen, also irgendwie „ganz nett“ sind. Doch das wäre ein echtes Todesurteil. Die Platte ist krachig, hat viel Punk, aber auch schwere, Wacken-kompatible Rocksongs. Wart ihr eigentlich das Magazin, das sich mit Wacken zerstritten hat, oder war das der Hammer?«

Das waren wir.

»Ah ja. Wir haben da mal gespielt. Ich wohne in der Nähe von Hamburg auf dem Land und habe voll die...

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