RH #290Smalltalk

VICTORY

Es fehlt der Mut

Eigentlich hatten VICTORY nach mehr als 25 Jahren einen würdigen Abschied von ihren Fans geplant. Mit dem starken Album „Don´t Talk Science“ haben sie dieses Ziel zumindest musikalisch ohne Zweifel erreicht. Ob ihnen das auch noch persönlich gelingt, steht in den Sternen, denn im Moment sieht es nicht so aus, als ob es noch Konzerte oder gar eine Tour geben wird.

Es ist wenig überraschend, dass in den Worten von Gitarrist, Produzent und Songwriter Tommy Newton eine nicht gerade kleine Portion Enttäuschung mitschwingt.

»Es hat ewig gedauert, bis das Album endlich erschienen ist, weil sich unser Management, das gleichzeitig auch unser Label war, nicht entscheiden konnte, ob es das Album selbst rausbringt oder nach einem anderen Label sucht. Das nervt natürlich, weil es zu guter Letzt so weit ging, dass die Fans schon geglaubt haben, wir würden sie verarschen. Das ganze Hin und Her hat uns so zermürbt, dass ich mir im Moment nicht vorstellen kann, dass da noch irgendwas kommt - auch wenn ich nicht zu hundert Prozent ausschließen möchte, dass wir noch ein Konzert spielen werden.«

Die größten Erfolge mit VICTORY und auch als Produzent - u.a. von Helloweens „Keeper Of The Seven Keys“-Alben - hast du in den achtziger Jahren gefeiert. Blickst du mit Wehmut zurück, wenn du siehst, wie sich das Musikgeschäft geändert hat?

»Zu unseren Hochzeiten war es für eine Band schon einfacher; das muss man fairerweise sagen. Heute hat niemand mehr den Mut, ins Risiko zu gehen und eine Band...

Dieser Text endet hier.

Online-Abonnenten freuen sich über den kompletten Artikel nach dem Log-in.