RH #288Lauschangriff

AMORPHIS

Wie aus dem Ei gepellt

Wer war zuerst da: die Henne oder das Ei? AMORPHIS entscheiden sich trotz der Dioxinskandale der Vergangenheit für die zweite Variante. Ihre neuestes Kalevala-Epos „The Beginning Of Times“ erzählt u.a. von der mythologischen Geburt der Erde aus einem Schellenten-Ei.

Während Basser Niclas in Marbella Schirmchendrinks schlürft, stellt der Rest der Band im finnischen Sonic Pump Studio mit stolzgeschwellter Brust das zehnte Studioalbum vor. Die kritischen Stimmen, denen der Vorgänger „Skyforger“ zu verträumt und sanft ausgefallen war, verstummen angesichts von „The Beginning Of Times“: Endlich nutzen die Finnen wieder das vollständige Potenzial von Tomi Joutsens wandelbarer Stimme. Ohne kompositorisch zum Death Metal der Frühtage zurückzukehren, sind wieder gut zwei Drittel der zwölf neuen Songs (der Digi-Bonustrack ´HEART´S SONG´ wird dem Pressepulk vorenthalten) zumindest teilweise mit seinen markanten, ausdrucksstarken Growls versehen. Sie betonen die unnachahmlichen melodischen Hooklines und die vielen atemberaubenden Seventies-Progrock-Orgelsoli nur noch mehr. »Dabei hört man auch die Achtziger raus«, protestiert Esa, »wir haben unseren Keyboarder Santeri sogar ausgelacht, als es zu sehr nach Journey klang.«

Als Produzenten traten AMORPHIS selbst in Erscheinung, wobei Joutsen sich wieder von seinem Gesangsmentor Marco Hietala - Nightwish-Basser und dank Tarot finnisches Metal-Urgestein - coachen ließ.

Die beschwingten Uptempo-Hymnen ´MERMAID´ und ´SONG OF THE SAGE´ (mit...

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