Online-MegazineKolumne

GHOST

Die beste Band der Welt!

GHOST

Immer, wenn ich GHOST interviewt habe, war es saukalt. Beim ersten Mal, es war glaube ich 2014, saß ich noch in Beijing, draußen hatte es minus 20 Grad, und ich hatte schon Befürchtungen, dass mir die Skype-Leitung nach Schweden einfriert. Beim zweiten Mal traf ich Tobias Forge in Wien im Gasometer. Es war Ende April, und der Frost in dieser Nacht sorgte dafür, dass die österreichischen Weinbauern die Hälfte ihrer erwarteten Ernte verloren. Dieses Mal flog ich Ende März nach Berlin, wo sich der endlos lange Winter immer noch nicht geschlagen gab und dicke Schneeflocken vom Himmel schickte.

Forge selbst nutzte die Gunst der Stunde, um sich im riesigen Hotelzimmer ohne Beleuchtung buchstäblich geisterhaft zu inszenieren, was allerdings nur mäßig gelang. Gerade in Berlin schaut ungefähr jeder vierte Hipster so aus wie Forge (jeder zweite trägt Rauschebart mit Hornbrille). Interviews mit ihm sind allerdings keine Stangenware. Der Mann neigt dazu, in seinen Antworten ein wenig aus- und abzuschweifen, weswegen man ihn immer wieder festnageln beziehungsweise zum eigentlichen Thema zurückdirigieren muss, bevor eine halbe Stunde Interviewzeit mit nebensächlichen Produktionsinterna verstrichen ist. Viel interessanter wird es, wenn der mysteriöse Mann hinter der Maske Persönliches von sich preisgibt. Wenn er von seiner Familiengeschichte und zahlreichen Misserfolgen erzählt, beginnt man zu erahnen, wie manisch der Schwede heute an seiner Karriere arbeitet. So ergibt sich das Bild eines Mannes, der von Ehrgeiz getrieben und dafür auch bereit ist, alles dem Erfolg unterzuordnen - wenn es sein muss, auch persönliche Freundschaften. Bevor ihr euch also der Titelstory widmet, noch eine Frage an die Berliner unter euch: Gibt es in eurer Stadt eigentlich auch einen Supermarkt? Einen ganz normalen Supermarkt? Fand am Prenzlauer Berg leider nur Bio-Märkte, in denen faires Tonic Water mit Schweißdekreten artgerecht gehaltener Alpakas vom Peruanischen Hochland verkauft wurde.

 

Pic: Mikael Eriksson (Promo)

 
 

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