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70.000 Tons Of Metal - Logbuch

70.000 Tons Of Metal

Logbuch-Eintrag 27. Januar 2013 – Miami Beach – Das Wochenende vor der Cruise

70.000 Tons Of MetalBereits zum dritten Mal sticht das Kreuzfahrtschiff „Majesty Of The Seas“ beladen mit dem schwimmenden Heavy-Metal-Festival „70.000 Tons Of Metal“ in See. Es wird also Zeit, sich auch einmal an Bord zu schleichen, um dabei zu sein, wenn 40 Bands (u.a. In Flames, Lacuna Coil, Sabaton, Kreator, Rage & Lingua Mortis Orchestra, Doro, Die Apokalyptischen Reiter, Turisas, Metal Church, Subway To Sally) mit rund 2.000 Metal-Fans aus aller Welt von Miami in Richtung Turks & Caicos Islands und wieder zurück reisen.

Samstagmorgen, 7 Uhr, Flughafen Düsseldorf. Außentemperatur: -5 Grad. Schon am Check-in trifft man auf die ersten 70.000-Tons-Of-Metal-Teilnehmer, man grinst sich verschlafen zu, obwohl man sich nicht kennt und freut sich tierisch, dass man nicht nur ein Festival vor der Nase hat, sondern im sonnigen Florida auch ein paar Tage dem deutschen Winter entkommen kann. Vor mir am Check-in stehen Rage, die nach 2011 bereits zum zweiten Mal auf dem Schiff dabei sind, diesmal sogar mit dem Lingua Mortis Orchestra. Die ersten Orchester-Mitglieder stehen auch schon am Schalter, der Rest fliegt aus anderen Städten ein – organisatorisch sicherlich kein leichtes Unterfangen für die Band, nicht nur sich selbst und die Crew, sondern auch noch ein 15 Mann starkes Orchester, das aus unterschiedlichen Ecken kommt, auf einen anderen Kontinent zu befördern.

70.000 Tons Of Metal„Findet in den USA zufällig irgendein Heavy-Metal-Event statt?“, fragt mich einer der Beamten irritiert am Security-Check und packt, als er den Grund für all die schwarz gekleideten Passagiere kennt, kurzerhand das beliebte Old-School-Klischee aus: „Aaaah, deshalb all die Bombenleger, die hier rumrennen!“

Der knapp 11-Stunden lange Flug vergeht relativ schnell. Entweder man unterhält sich mit anderen Cruise-Teilnehmern über den anstehenden Trip oder man zieht sich das Bordprogramm rein, das passenderweise den Film „Rock Of Ages“ zeigt.

Elf Stunden später Ankunft in Miami. 25 Grad und Sonnenschein. Yeah! Meine Unterkunft befindet sich in South Beach - und offensichtlich bin ich auch hier nicht alleine. Überall sieht man schwarzgekleidete Leute mit Metal-Shirts in den Bars sitzen oder durch die Straßen spazieren. Man erkennt sich, ruft sich im Zweifelsfall fragend die Passwörter „Heavy Metal“ oder „70.000“ zu und lädt spontan fremde Metaller zum gemeinsamen Trinken ein. Kurzer Fakten-Tausch: „Wie heißt du? Wo kommst du her? Wie oft bist du schon mitgereist? Welche Bands willst du auf dem Schiff unbedingt sehen?“ Und dann sitzt man bei lauen Temperaturen bis in die Nacht zusammen.

70.000 Tons Of MetalAm nächsten Tag – Sonntag – findet ab Mittag die 70.000-Tons-Of-Metal-Warm-up-Party an einem Strandabschnitt parallel zum Ocean Drive, der berühmten, von Art-Deco-Gebäuden gesäumten Straße in South Beach statt. Rund 300 bis 400 Metalheads aus aller Welt treffen sich hier, um gemeinsam zu feiern. Man kann die Party nicht verfehlen, denn schon von weitem sieht man einen großen Pulk schwarzgekleideter Menschen, die sich optisch ganz eindeutig von den sonstigen Strandbesuchern in ihren bonbonfarbenen (das scheint hier die angesagte Trendfarbe zu sein) Klamotten unterscheiden. Es ist ein buntes Treffen verschiedener Nationalitäten von diversen Kontinenten. Man hört die Leute deutsch, englisch, spanisch, italienisch und französisch sprechen. Es wird geplaudert, getrunken und Musik gehört – nur das Rauchen erlauben die Cops nicht. Erst gegen 21 Uhr, als es schon dunkel ist, und sich die Leute langsam auf die Bars in South Beach verteilen, läuft die Party langsam aus.

 

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Pics: Marc Hansen, Michael Jagla, Conny Schiffbauer