Online-MegazineInterview

THE LAZYS

Rock 'n' Roll und Schweinshaxen

THE LAZYS

In den letzten Jahren sind einige Bands an den Start gegangen, die soundmäßig in AC/DCs Fußstapfen getreten sind. Auch THE LAZYS wandeln auf den Spuren der Australier, bringen aber nicht nur durch die Mitarbeit von Billy-Talent-Gitarrist Ian D'Sa eine ganz eigene Note ins Aussi-Rock-Genre. Anlässlich ihrer neuen Scheibe „Tropical Hazards“ haben wir uns Sänger Leon Harrison und Gitarrist Matty Morris zum Interview geschnappt.

Leon, Matty, im Gegensatz zu Deutschland, wo die neue Scheibe erst Anfang Mai in die Läden kommt, ist die Platte in Kanada schon seit Februar zu haben. Wie sind die ersten Reaktionen?

Leon: »Die Reaktionen sind gut und die Leute lieben es!«

Matty: »Die erste Single 'Nothing But Trouble' steht sogar diese Woche auf Platz 8 der Charts!«

Ihr lebt mittlerweile in Kanada, kommt aber aus Australien und habt euch, besonders in den Gitarren, diesen typisch australischen Sound bewahrt. Warum?

Matty: »Ich denke, dass das an meinen Gitarrenhelden liegt. Ich liebe Jimmy Page, Angus Young oder aktuell Ian D'Sa von Billy Talent. Die Kombination dieser drei, auch wenn nur einer Australier ist, beeinflusst meinen Gitarrensound.«

Gerade Ian hat ja einen großen Einfluss auf euch. Ihr nennt ihn euer „inoffizielles sechstes Bandmitglied“, aber in eurer Biografie steht nur, dass ihr ihn auf einem Konzert getroffen habt und er jetzt an euren Songs mitschreibt.

Leon: »Er sah uns zum ersten Mal im „Bovine Sex Club“ (ein Rock-Szenelokal in Toronto, mbl), das mittlerweile unsere Stammkneipe ist und auf dessen Dach wir das Video zu 'Nothing But Trouble' gedreht haben. Wir spielten dort im Rahmen der „Canadian Music Week“ unseren dritten Auftritt in 24 Stunden und es war einfach eine dreckige Rock'n'Roll-Show. Ian sah uns dort und sagte uns, wir seien die beste Band, die er in den letzten zehn Jahren gesehen habe. Er mochte unsere Liveshow, fand aber, dass wir unser Songwriting noch verfeinern müssten. Und so haben wir begonnen, zusammenzuarbeiten.«

Wie groß ist sein Einfluss auf eure Songs?

Leon: »Interessanterweise war er am Anfang des Songwritingprozesses gar nicht so stark involviert, sondern vor allem ich und Matty. Wir wussten, dass wir unseren vorherigen Singles ebenbürtige Nachfolger an die Seite stellen mussten, um unsere Position zu festigen. Songs wie 'Nothing But Trouble' und 'Little Miss Crazy' entstanden zuerst, und währenddessen begann Ian ,sich für das produzieren zu interessieren. Das Ziel war es, die bereits geschriebenen Nummern soweit zu verbessern, dass am Ende ein Album herauskommt, dass nicht nur Vier- oder Fünf-Punkte-Reviews kassiert, sondern uns wirklich nach vorne bringt. Um deine Frage zu beantworten: Ian hat zusammen mit uns beiden hart an den Songs gefeilt, vor allem an den Harmonien und den Songstrukturen.«

Ich finde, das hat sich ausgezahlt, denn ihr klingt nicht wie viele dieser „nächsten AC/DC“, sondern habt trotz des typischen Pubrock-Grundgerüsts eine eigene Note.

Leon: »Wenn alle Leute in Deutschland so denken, haben wir einen guten Job gemacht (lacht)! Im Ernst, das freut uns sehr, denn wir haben auch das Gefühl, dass es viele neue Bands gibt, die zu nah an diesem Sound dran sind. Für mich ist es so, dass ich schnell das Interesse verliere, wenn eine Band zu nah an ihrem Vorbild ist. Andererseits scheint es dafür ein Publikum zu geben, denn es gibt ja einige dieser Bands in der Szene, die damit sehr erfolgreich sind.«



Euer neues Album heißt „Tropical Hazards“ (zu deutsch „tropische Gefahren“, mbl). Da das weder ein Songtitel ist, noch ihr aus einem tropischen Land kommt...

Matty: »Wobei Teile Australiens als „tropisch“ bezeichnet werden (lacht)!«

Aber nicht die Gegend um Sydney, wo ihr herkommt, oder?

Leon: »Nein, aber der Titel ist eher eine Art Wortspiel, denn jeder Song dreht sich um eine Gefahr. Beispielsweise ist der Protagonist in 'Nothing But Trouble' eine Bon Scott-ähnliche Figur, bei 'Little Miss Crazy' geht es um eine Frau, von der man nicht genug bekommt, die aber einfach verrückt ist, 'Young Modern Lightning' beschreibt Beziehungen, die in die Brüche gehen etc. Es sind einfach verschiedene Gefahren.«

Spannend fand ich auch den Text zu 'Take Back The Town', einem Song gegen Gentrifizierung und vor allem dem Verlust von Subkultur.

Leon: »Genau, dass ist etwas, das gerade in Sydney passiert. Dort hat gerade die jüngere Generation dass Gefühl, kontrolliert zu werden. Viele Clubs müssen wegen Lautstärkebeschränkungen schließen, außerdem vertrauen viele Bars eher darauf, mit Spielautomaten Geld zu verdienen, statt über Ticket- und Getränkeerlöse, weshalb es immer weniger Auftrittsmöglichkeiten für kleine Bands gibt. Auch die Sperrstunde um 1 Uhr nachts, die alkoholbedingte Gewalt eindämmen sollte, ist da eher kontraproduktiv und hat vor allem das Problem nicht gelöst. Es sind diese ganzen Dinge, die 'Take Back The Town' inspiriert haben.«

Mittlerweile wohnt ihr ja in Toronto. Gibt es da eine ähnliche Entwicklung?

Leon: »Nein, hier ist es  komplett anders. Toronto ist eine Stadt voller Kultur und Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen und durch das Klima hier finden sind die Leute viel mehr drinnen.  Der wichtigste Unterschied ist aber, dass es hier keine Spielautomaten in den Clubs gibt, das heißt die Betreiber müssen ihren Gewinn anderweitig machen. Die Clubs hier sind zu einem großen Teil Institutionen, die ihr Stammpublikum haben, ähnlich wie zum Beispiel das „Molotow“ in Hamburg. In Sydney gibt es davon nur einen, während es in Toronto viele gibt.«

Im Molotow spielt ihr unter anderem auch auf eurer kommenden, zweiten Deutschland-Tour. Was sind eure Erwartungen?

Matty: »Großartige Rock'n'Roll-Shows (beide lachen)!«

Leon: »Ich werde auf jeden Fall eine Schweinshaxe essen, denn ich liebe gute Schweinshaxen! (Er lacht:) Wir wollen natürlich uns und unser neues Material dem deutschen Publikum präsentieren und vor allem eine gute Show abliefern. Wir haben uns schon den Respekt von Billy Talent und unseren Freunden von Airbourne erarbeitet und wollen genauso wie sie ein Teil der deutschen Rock'n'Roll-Kultur werden!«

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