Mit "Kairos" melden sich SEPULTURA überraschend stark zurück. Als Online-Ergänzung zum Interview in ROCK HARD 291 kommentiert Gitarrist Andreas Kisser für euch alle Alben, die mit Derrick Green als Shouter entstanden sind.
»„Against“ war das erste Album mit Derrick, das direkt nach Max' Ausstieg entstanden ist. Das war ein sehr schwieriges Werk, denn Roadrunner haben uns nicht wirklicht unterstützt. Sie haben ihr Geld und Energie in Soulfly gesteckt. Soulfly hat von der ganzen Struktur, die SEPULTURA über 10 Jahre aufgebaut hat, alleine profitiert. Deswegen mussten wir so ziemlich bei null anfangen. Die Entstehung war hart, aber „Against“ hat die Band zusammengehalten. Derrick hat sich auch in kreativer Hinsicht integriert und das Team wieder vervollständigt. Uns ging es auch nie darum einen Max-Klon zu finden. „Against“ war ein sehr wichtiges Album für uns, von dem wir immer noch Songs spielen.
Bei „Nation“ hatten wir schon bessere Voraussetzungen: Derrick war voll integriert und wir hatten schon Touren mit Slayer, Anthrax und Metallica hinter uns. Wir waren selbstbewusster und sind die Sache entspannter angegangen. Allerdings war es insofern ein schwieriges Album, als das wir immer noch bei Roadrunner unter Vertrag standen. Sie haben die neuen SEPULTURA nie verstanden und akzeptiert. Es war ein großartiges Album, aber danach haben wir das Label verlassen.
Wir haben dann bei SPV unterschrieben und haben mit „Roorback“ ein sehr raues Album aufgenommen. Wir hatten es satt immer so lange Alben aufzunehmen, deshalb haben wir uns auf das Wesentliche konzentriert.
Danach haben wir „Dante XXI“ in Angriff genommen, was eine völlig neue Herangehensweise darstellte, da wir uns von einem literarischen Werk inspirieren ließen. Das wurde auch dadurch beeinflusst, dass ich einen Soundtrack für einen Film komponiert hatte. „Dante XXI“ war auch das letzte Album mit Iggor Cavalera, in dieser Hinsicht war es auch ein schwer aufzunehmendes Album. Iggor war einfach nicht mehr bei der Sache, er spielte nicht mehr mit Herz und Seele, es war nur sein Körper im Studio anwesend. Nach der Aufnahme verließ er die Band und wie tourten mit unterschiedlichen Drummern wie Roy Mayorga bis schließlich Joey Dollabella bei uns einstieg.
Nach einem Jahr haben wir dann „A-Lex“ in Angriff genommen, das von „Clockwork Orange“ inspiriert ist. Ein sehr starkes Album, das sehr positive Reaktionen hervorrief.«
| 05.07.2012 | Osnabrück | Rosenhof | ![]() |