Online-MegazineInterview

ATTIC

Online-Ergänzung zu Rock Hard Vol. 364

ATTIC

Hier findet ihr die Online-Ergänzung zum ATTIC-Interview aus Rock Hard Vol. 364 mit Sänger Meister Cagliostro und Bassist Chris.

Ihr scheint in diesen vier Jahren konsequent an euch und einem neuen Album gearbeitet zu haben, zumindest finde ich, dass man eine noch ausgefeiltere Gitarrenarbeit heraushört und mit eurem mittlerweile nicht mehr ganz so neuen Drummer JP gibt’s Attic jetzt sogar mit Blastbeat. Täuscht der Eindruck, oder habt ihr wirklich so ambitioniert an euch gearbeitet wie es wirkt?

Meister Cagliostro: »Ja, auf jeden Fall. Da kommen einige Faktoren zusammen. Wir haben uns zum Beispiel auch die Kritik hinsichtlich des Drumsounds zu Herzen genommen, die vor allem aus dem Underground kam, weil das Schlagzeug auf „The Invocation“ ja etwas getriggert war und damit nicht oldschool genug für einige. Das haben wir jetzt anders gemacht – und natürlich kriegen wir dafür jetzt auch wieder Shit, weil anderen Leuten genau dieser direktere, getriggerte Sound besser gefällt, aber da kann man's natürlich nie richtig machen. Wir finden, dass der jetzige Drumsound zu dem sehr oldschooligen Sound, den wir generell haben, deutlich besser passt. Katte und Rob haben sich natürlich auch noch verbessert, weil sie mit immer neuen Melodieläufen experimentiert haben. Wir haben versucht, das Album so facettenreich wie möglich und doch zum Konzept stimmig zu gestalten.«

Und ihr verfolgt auch nicht das klassische Prozedere, dass erst die instrumentalen Songs stehen und dann Lyrics drüber geschrieben werden, richtig?

Cagliostro: »Da arbeiten wir schon immer anders, ja. Das ist auch eine Sache, die ich grundsätzlich bei anderen Bands kritisiere, denn ich bilde mir ein, dass ich das raushöre. Dann lebt der eine Gitarrist in den Staaten, der andere lebt in Stockholm, dann schicken die sich die Sachen zu und irgendwann ist die musikalische Seite fertig und dann heißt es: „Hey, du bist doch auch Sänger, mach doch mal eben die Lyrics fertig“. Das Ergebnis kann geil sein, aber im Endeffekt habe ich dann immer das Gefühl, dass alles noch besser zusammenpassen könnte. Das ist bei uns seit „The Invocation“ schon nicht so und da bin ich sehr froh drüber, das geht natürlich auch nicht mit allen Leuten, von daher ist es umso besser, dass wir uns alle so gut verstehen.«

Chris: »Dazu kommt noch, dass wir in den letzten Jahren auch mehr Erfahrung sammeln konnten und uns dadurch mehr trauen. Unser ehemaliger Drummer hätte es mit Kusshand entgegen genommen, wenn wir gesagt hätten, wir wollen 280 bpm Blastbeat spielen. Diesmal hatten wir halt ein Riff, wo wir dachten, da passt einfach am besten ein Blastbeat drunter, also machen wir das einfach jetzt, auch wenn es wohl etwas gewagt war, das direkt im Opener zu machen.«

Das gesamte Album ist aufgezogen wie ein richtiges Theaterstück, es besteht aus zwei Akten und in dem Stück spielen vier Charaktere. Hattest du auch Bilder zu den Charakteren im Kopf, während du sie erschaffen hast?

Cagliostro: »Na klar, wenn ich mir das ausdenke, hab ich sofort alles wie einen Film im Kopf. Ich glaube, da hatte der Christian Kiesling von Misantropic Arts, der für's Booklet zu jedem Song ein Artwork gemacht hat, 'ne Menge Stress mit mir, weil ich das genauso haben wollte, wie das in meinem Kopf ist. Mir war zum Beispiel wichtig, dass es keine Close-Ups von den Charakteren gibt und man ihre Gesichter nicht sieht, weil ich selbst hasse, wenn ich mir eine Geschichte vorstellen will, und dann konkrete Bilder bekomme, das macht die ganze Fantasie kaputt. Deswegen war das auch für ihn sehr viel Arbeit, aber ich hoffe, er hat keinen Herzinfarkt bekommen, ist nicht fünf Jahre älter geworden und arbeitet noch mal mit uns zusammen.«

Neben dem Totengebet im Opener, findet sich eine weitere Referenz...

Cagliostro: »In 'The Hound Of Heaven'. Inspiration war das gleichnamige Gedicht von 1893 von Francis Thompson. Das Gedicht ist ziemlich lang, deswegen versuche ich mal die Bedeutung herunterzubrechen. Ein Hund jagt ein Kaninchen, der Himmelhund ist in dem Fall eine Metapher für Gott und das Kaninchen für jemanden, der vor dem Glauben davonläuft und sich weigert, gläubig zu werden – in dem Fall auch Thompson selbst. Er soll in einem Puff gelebt und starker Alkoholiker gewesen sein, wie viele Musiker immer erzählen, hat er dann aber wohl aufgehört zu trinken, weil er zu Gott gefunden hat und super religiös geworden ist. Dann hat er das Gedicht geschrieben. Dieser Hund hat ihn die ganze Zeit verfolgt wie das Kaninchen, nur zu seinem Besten sozusagen. Er will es eigentlich nicht, aber es sei ja nur zu seinem Besten. In unserem Song taucht eine Analogie dazu auf, denn Margeret denkt auch, dass sie der „Jagdhund des Himmels“ wäre, sie sieht sich als Vertreterin von Gott und möchte die ganzen Sünder, die sie in dem Dorf umbringt, zur Erlösung führen und das ist natürlich nur zu deren Besten. Das ist schon eine perfide Umdeutung, aber so ist das gemeint.«

 

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