Online-MegazineInterview

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Licht am Ende des Tunnels

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DOOL veröffentlichen mit 'The Alpha' ihr zweites Musik-Video und sind nach etlichen Tourneen bald schon wieder auf den Brettern Europas unterwegs. Grund genug uns bei Sängerin Ryanne van Dorst nach dem Stand der Dinge zu erkundigen.

Ryanne, euer neues Video 'The Alpha' wird heute veröffentlicht. War es schwierig neben den Texten und der Musik nun eine dritte Ebene, also die visuelle Ebene, mit dem Song zu verbinden?

»Nein überhaupt nicht, die Bilder sind sehr stark an die Texte gekoppelt, aber in einer anderen Weise, als ich es mir beim Verfassen der Lyrics gedacht habe. Es ist also eine frische Interpretation. Während es im Text um die Faszination des Alpha-Mannes geht, wird es im Video etwas umgedreht und beschrieben wie es ist, ein Alpha-Wesen zu sein.«

Der Song ist sehr dynamisch, mit ruhigen und treibenden Parts. Gibt es eine Art Transformation, die auch im Video widergespiegelt wird?

»Im Grunde geht es um Willen, den jeder besitzen kann und herbeirufen kann und dabei nicht notwendigerweise ein Alpha-Mann sein muss. Das ist vielleicht die simpelste Aussage des Videos. Der Fokus liegt auf dem Mädchen, das eine Vision und ein Ziel hat und sich darauf fokussiert. Am Ende könnte man das natürlich als Transformation sehen, aber auch als Beschwörung - den Rest würde ich lieber dem Zuschauer überlassen.«

Im Video werden Natur und Rituale stark ästhetisiert, was in der Musikszene heutzutage vielleicht sogar ein Trend ist. Wie würdest Du Eure Haltung dazu definieren?

»So wie Justin Timberlake auf seinem neuen Album? Haha! Nein ernsthaft: Ich denke, dass es eine Reaktion auf die letzten zwanzig Jahre ist, in denen nur Technologie und Industrie wichtig gewesen sind. Die Generation, die in dieser Zeit aufgewachsen ist, also meine Generation, sehnt sich nach dem was davor gewesen ist. Wir haben den Zugang zur Natur verloren und vielleicht dadurch auch den Zugang zum Sinn des Lebens und was es bedeutet Mensch zu sein. Wir bekommen von überall gesagt, dass wir reich werden, Dinge kaufen und gut aussehen sollen. Mit der Zeit vergessen wir, dass es noch eine andere Ebene in uns gibt, die wir erreichen können. Das versuchen wir mit der Musik zu erreichen, denn mit der Musik können wir diese Verbindung erzeugen. Nicht wie die Musik, die im Radio läuft, die eigentlich nur ein einziger langer Werbespot ist. Vielleicht ist das nur ein Trend ja, vielleicht auch nur ein Hipster-Ding, aber es ist definitiv eine Reaktion auf das oben Genannte.«

 

Sind Live-Shows dabei ähnliche Rituale, wie im Video? Und könnt Ihr dabei diese Verbindung zur Natur oder wie du gesagt hast, zum „Menschsein“ wieder herstellen?

»Absolut! Du hast uns doch schon oft genug gesehen! Wir versuchen komplett für die Zuschauer da zu sein, nicht viel zu reden und zusammen den Moment zu erleben. Du bist überall und nirgends in dem Moment und vergisst deine Umgebung total.«

Stört es Dich dann, wenn Leute mit ihren Smartphones diesen Moment festhalten? Holt das die neue Technologie in den Konzertsaal zurück und zerbricht diese Atmosphäre? A Perfect Circle haben sogar Leute des Konzertes verwiesen, die ein Handy beim Konzert gezückt haben.

»Ja, ich finde es sehr störend! In Holland ist es noch schlimmer, weil die Leute dazu noch ständig quatschen. Wir hatten im Dezember ein ausverkauftes Konzert in Utrecht, bei dem niemand gesprochen hat und keiner sein Smartphone in der Hand hatte. Das war unglaublich gut! Und für Holland sehr ungewöhnlich! Alle waren total in der Musik, in einer Art Trance. Wenn du dein Smartphone herausholst, zerbrichst du den Moment. Du erinnerst dich an nichts neues, sondern du konzentrierst dich auf den Bildschirm und verpasst so etwas. Du fokussierst dich auf die Technologie und nicht mehr auf die Musik.«

Ihr habt das „Eurosonic Noorderslag“-Festival in Holland gespielt. Diese Messe dient ja auch den Festivalveranstaltern. In diesem Jahr spielt Ihr noch einige große Festivals und natürlich auch auf unserem Rock Hard Festival. Geht’s also immer weiter nach oben?

»Naja, größer ist nicht immer besser! Aber sicherlich freuen wir uns dort zu spielen und sind sehr stolz darauf! Und was das Geschäft angeht: Ich bin nicht wirklich in die Geschäfte der Band involviert. Wir haben Menschen um uns herum, denen wir vertrauen und die sich darum kümmern. Ich vertraue diesen Menschen mit meinem Leben, denn ich vertraue ihnen meine Musik an. Wir machen immer noch nichts, was wir nicht wollen und wir reden auch nicht mit Menschen, mit denen wir nicht sprechen wollen. Auf das Rock Hard Festival freuen wir uns natürlich, weil wir schon sehr viel darüber gehört haben. Unser Schlagzeuger Micha Harnig hat ja schon mit The Devil’s Blood dort gespielt und uns darüber sehr positiv berichtet.«

Letztes Jahr hast du gesagt, dass ihr nicht immer so dunkle Musik machen könnt. Wie steht es denn momentan? Habt Ihr neue Songs über Strände und Palmen?

»Haha! Wir haben ja letztes Jahr schon einen neuen Song gespielt und nun sind es sogar zwei neue Lieder auf der neuen Tour, aber es braucht Zeit um mehr zu komponieren und ich will dem Ganzen die Zeit geben, die es braucht und keinen Druck darauf ausüben. Es gibt nämlich eine Menge Leute die Druck darauf ausüben. Ich denke, dass es noch einige dunkle Sachen in unserer Musik geben wird, aber vielleicht auch einige Parts, die sehr fröhlich sind. Dunkle Sachen können ja auch fröhlich sein.«

AbfahrplanDie nächsten Konzerte

ABBATH + ALCEST + ARKONA + CARPATHIAN FOREST + EQUILIBRIUM + GORGASM + KRISIUN + MISERY INDEX + TANKARD + VENOM + u.v.m.07.09.2018
bis
08.09.2018
CH-Hüttikon, Oetwilerstrasse 81MEH SUFF! FESTIVAL Tickets
FIELDS OF THE NEPHILIM + COVENANT + DIARY OF DREAMS + SOLAR FAKE + FUNKER VOGT + SITD + LEATHER STRIP + THE CASCADES + THE RED PAINTINGS + THE GODFATHERS + u.v.m.12.10.2018
bis
13.10.2018
Hameln, RattenfängerhalleAUTUMN MOON FESTIVALTickets
 
 

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