Online-MegazineInterview

RAGING ROB

Interview mit der Demo-/Eigenproduktionsband 08/18

RAGING ROB

Schon seit den Achtzigern fabrizieren die Mitglieder von RAGING ROB krachenden Thrash Metal. Zum alten Eisen gehören die Musiker, die zum Teil früher bei Assassin aktiv waren, deshalb noch lange nicht. Die Old-School-Metal-Nostalgiker um Frontmann Robert Gonella legen als RAGING ROB erst richtig los. Nicht ohne Grund sind die Düsseldorfer zum Tipp des Monats unter den Eigenproduktion im Rock Hard Vol. 375 gekürt worden. Höchste Zeit, bei Rob nachzufragen, was auf dem neuen Album „Always The True Assassin“ so abgeht und was der Unterschied zwischen Gigs in Peking und Düsseldorf ist.

Rob, in der aktuellen Rock-Hard-Ausgabe seid ihr der Tipp des Monats. Wie habt ihr darauf reagiert?

»Erst einmal ein herzliches Dankeschön dafür! Wir haben damit überhaupt nicht gerechnet. Vor einiger Zeit habe ich das Rock Hard kontaktiert, um über das neue Album zu berichten, habe danach eine kurze Bestätigung dafür bekommen und dann bis zur August-Ausgabe nichts gehört. Umso mehr haben wir uns darüber gefreut. Das Album war und ist eine reine Herzensangelegenheit und sämtliche Energie und Leidenschaft steckt in „Always The True Assassin“. Das Album knallt und wir stehen voll dahinter!«

Der Album-Titel lautet „Always The True Assassin“ und einige RAGING ROB-Mitglieder waren früher bei Assassin aktiv. Wie viel Prozent Assassin stecken also in Raging Rob?

»Die heutige Band Assassin klingt jetzt mit den neuen Sänger – besonders bei den alten Stücken – wie jede x-beliebige Thrash-Metal-Band und ist nicht mehr, was sie früher einmal war. Das soll mir bitte keiner übel nehmen, aber es gibt so viele alte, enttäuschte Assassin-Fans, die mir das auch genau so gesagt haben. RAGING ROB haben doppelt so viele Urmitglieder wie die neuen Assassin. 2014 bin ich aus der Band raus, weil die Mitglieder sich wie Rockstars verhielten. Die haben schon über Studio und Produzenten gesprochen bevor der erste Song fertig war. Für neue Lieder wurde gar nicht mehr geprobt und alles digital bearbeitet. Als ich dann wenigstens mal neue Gesangslinien und Texte mit der Band ausprobieren wollte, kam die Antwort: „Es wird nicht mehr geprobt, sondern nur noch gespielt“ und ich könnte doch bitteschön selber mit der mp3 mal über die PA-Anlage proben. Das war für mich das Aus und dann gründete ich sofort meine eigene Band RAGING ROB, in der wir natürlich auch Old-School-mäßig arbeiten. Um zu der Frage zurückzukommen: Ich verstehe RAGING ROB als die wahren Old-School-Assassin-Repräsentanten, was ganz klar an der Art und auch am musikalischen Stil liegt. Deswegen ja auch der Album Titel „Always The True Assassin“. Übrigens spielen wir live auch viele Assassin-Stücke aus den Achtzigern, die auch hervorragend mit den jetzigen Material zusammenpassen.«



Auf Facebook ist die Band recht aktiv, bei Twitter und Instagram habe ich euch aber nicht gefunden. Spielen Social Media bei euch also nicht so eine große Rolle?

»RAGING ROB stammen aus der Rubrik „professionelle Musiker, die aber auch einer Arbeit nachgehen, um Geld zu verdienen“. Wir können unsere Zeit so gestalten, dass wir beides machen können, aber halt nicht alles. Das Managen der Facebook-Seite ist aufwendig und nimmt natürlich viel Zeit in Anspruch. Das machen wir gerne gründlich und man kann dort alles mitbekommen, was bei uns gerade passiert. Bis dato reicht dies vollkommen aus.«

Nach eigenen Angaben bezeichnet ihr eure Musik als „80s old school Thrash metal 'til the bone“. Heißt das, ihr seid typische Metal-Nostalgiker?

»Yeah! 80s Old-School-Thrash! Das ist richtig und Metal-Nostalgiker sind wir unter anderem auch, aber nicht nur. Dirk, Rudi, dazu Frank und ich (bei Assassin) kennen uns schon seit den Achtzigern, wo wir gemeinsam auf der Ronsdorfer Straße in Düsseldorf in den hiesigen Proberäumen Musik gemacht haben. Alle sind große Metal-Fans und spielten schon immer Metal. Als wir dann 2014 RAGING ROB gründeten, war von vornherein klar, dass wir Old-School-Thrash-Metal mit alten Achtziger-Assassin-Stücken spielen wollten und das ist auch, was wir am besten können.«

Du hast einige Zeit in China gelebt. Warum bist du zurückgekommen? Fließen deine Erfahrungen aus Peking irgendwie in eure Musik ein?

»„Einige Zeit“ ist gut, haha! Ich habe immerhin fast 18 Jahre meines Lebens dort verbracht! Von Peking aus bin ich auch viel herumgereist, überall in China sowie in Nachbarländer, zum Beispiel auch Nordkorea. Ich habe in Peking studiert und den Lebensunterhalt für eine Amateurfußball-Liga betrieben, unter anderem mit meinen eigenen Team „Fortuna Beijing“. Ich habe natürlich viele Leute kennengelernt und sehr viel über andere Kulturen erfahren, die man sonst nicht alle Tage kennenlernt. Dies hat mich sehr geprägt, ich bin dadurch noch offener geworden und kann mich auch auf andere Denkweisen meines Gegenübers schneller einstellen. 2005 kam ja Assassins drittes Album „The Club“ heraus und dort habe ich ein komplettes Lied, 'Jintian Shenhuo', auf Chinesisch eingesungen. Das war natürlich ganz klar mein China-Einfluss.«

Mit Raging Mob bist du auch einige Male in Peking aufgetreten. Inwiefern unterscheidet sich ein Gig in Peking von einem in Düsseldorf?

»Ich habe viele Konzerte mit Raging Mob in Peking, aber auch in anderen Städten dort gespielt, zum Beispiel einmal als Vorgruppe von Destruction. Da haben sich Schmier und Mike gefreut, dass wir uns mal wieder gesehen haben. 2005 habe ich mit einem Amerikaner und drei Chinesen die Gruppe Raging Mob gegründet, von damals stammt übrigens mein Spitzname Raging Rob. Ich war ja zu selben Zeit noch bei Assassin und bin immer für Gigs und Aufnahmen hin und her geflogen. Ich wollte auch in Peking eine Band haben um auch zu 100 Prozent fit für einen 90-minütigen Assassin-Gig zu sein. Raging Mob entwickelte sich dann prächtig: 2008 kam unser Album „Raging Mob“ heraus, 2009 wurde ich mit Raging Mob „Bester Metal Sänger Chinas“ auf dem Wacken Metal Battle China und 2010 gewannen Raging Mob den Wacken Metal Battle China. Wir sind dann übrigens 2010 mit Assassin als Raging Mob in Wacken aufgetreten, da die Chinesen nicht rechtzeitig ihr Visum bekamen, nur hat das Ganze keiner mitbekommen, haha.

Die meisten Metal-Konzerte sind eigentlich gleich, wenn man China mit Deutschland vergleicht. Die Fans tragen Bandshirts, saufen, feiern und headbangen zu den Bands und machen auch Handy-Aufnahmen. Unterschiede gibt es aber in der Art der Veranstaltung. Während man für einen Konzertabend in Europa eigentlich lieber zwei bis drei Bands, die je eine bis anderthalb Stunden spielen lässt, laden chinesische Veranstalter lieber acht Bands ein, die je 20 Minuten zocken. Für kleine Bands gibt es, wenn überhaupt, kaum Gage und als Band bekommt man dann so manchen Frust - nach all der Aufbauarbeit und so - , dass schon nach dem vierten oder fünften Song das Zeichen vom Stage-Manager kommt, dass jetzt Schluss sein muss. Wenn überhaupt ein kleiner Backstage-Raum zur Verfügung gestellt wird, dann wird der auch von allen Bands geteilt.«

Momentan seid ihr bei keinem Label, wo wärt ihr am liebsten wenn ihr es euch aussuchen könntet?

»Am liebsten wären wir auf einem Major-Label, das viel Geld in RAGING ROB reinbuttert, so dass wir sorgenfrei bis zum Lebensende davon leben können, haha! Also ehrlich gesagt sind wir offen für einen korrekten Deal. Wir möchten nicht die kleine Nummer auf einem größeren Label sein, wo dann nichts für uns passiert. Wir sind überzeugt davon, ein sehr gutes Album abgeliefert zu haben, welches auch mit guten Werken von größeren Bands ohne Probleme mithalten kann. Also Labels: Wer was will, der soll ruhig kommen! Einen ersten Deal gibt es übrigens schon: Infected Blood Records bringen jetzt im August das Album auf den chinesischen Markt mit einem extra Spezialcover raus. Den Link dazu gibt es auf unserer Facebook Seite.«

Ein Song auf „Always The True Assassin“ heißt 'Freakshow'. Habt ihr manchmal das Gefühl in einer zu sein?

»Im Leben passieren immer alle möglichen Sachen, darunter gibt es auch die ein oder andere Freakshow. Der Song 'Freakshow' selbst hat eher einen lustigen Text. Und zwar habe ich dort die ganzen schlechten aber auch lustigen englischen Texte deutscher Achtziger-Metal-Bands versammelt, haha. Ich selber hatte auch so ein paar Dinger damals bei Assassin. Im Song gibt es Passagen wie: „… And devil in leather bang with us together“, „It is midnight 12 o'clock, devil had asked me to come and I go“ oder „The bed is red from the blood out of your head“. Nur wahre Insider wissen genau, von welchen Bands hier die Rede ist.«

Euer Album schließt mit dem beeindruckenden AC/DC-Cover 'Walk All Over You'. Warum habt ihr euch ausgerechnet für diesen Song entschieden?

»Das war die Idee von Dirk. Dafür, und sowieso von Anfang an für seinen ganzen Bandeinsatz (er hat fast alle Stücke komponiert und alle Gitarren und den Bass eingespielt), bin ich ihm mehr als dankbar. Nun, warum AC/DCs 'Walk All Over You'? Also, wir sind ja alle alte Metaller und unter anderem auch AC/DC-Fans, besonders von der Zeit mit Bon Scott. Als wir RAGING ROB 2014 gründeten und unsere Facebook-Seite aktiv geschaltet haben, hatte Dirk die Idee, vorab diesen Cover-Song aufzunehmen und auf der RAGING ROB-Seite zu veröffentlichen, damit man schon mal was von uns hören kann, weil ja bis dato noch kein eigenes Material vorhanden war. Aber ich wollte schon als erstes unsere eigenen Songs – wenn die dann fertig sind – zuerst veröffentlichen. So machten wir uns auf und arbeiteten zuerst an unserem neuen Material. Als dann später plötzlich Malcolm Young verstarb, erinnerten wir uns sofort an den Song und haben ihn als Tribute-Track mit auf das Album genommen.«


Hast du noch etwas, das du loswerden möchtest?

»Nochmals vielen Dank, auch für das Interview! Es hat mir Spaß gemacht und hoffentlich sieht man sich mal auf einen RAGING ROB-Konzert! Thrash 'til Death! Ihr könnt uns auch auf unserer Facebook Seite gerne besuchen.«

www.facebook.com/ragingrob1

 
 

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