Online-MegazineInterview

MOTORGUN

Interview mit der Demo-/Eigenproduktionsband 05/17

MOTORGUN

Das Power-Trio MOTORGUN aus Rio de Janeiro hat es mit seinem gleichnamigen Debüt zu unserem Tipp des Monats geschafft. Sowohl vom Songwriting als auch der Produktion her sind die Jungs mit ihrer modern angehauchten Classic-Rock-Scheibe weit über dem typischen Newcomer-Level – Grund genug für uns, ein kleines Interview mit Frontmann Bebeto Daroz zu führen.

Bebeto, wie kam es zur Entstehung von MOTORGUN, und wie lange seid ihr schon aktiv?

»Wir haben in verschiedenen Bands gespielt und im Laufe der Zeit sind wir uns immer wieder über den Weg gelaufen und haben hier und da miteinander gespielt, aber dann haben wir uns drei Jahre lang nicht gesehen. Eines Tages bat mich dann ein Freund, der einen Nachtclub besitzt, für einen Notfall-Gig einzuspringen, also habe ich Leo und Edinho angerufen und wir gründeten etwas, das man am besten als Jam-Band bezeichnen kann, da wir in der ganzen Zeit, die wir mit der Band aktiv waren, nicht geprobt haben. Nach einigen Jahren verliefen die meisten unserer anderen Projekte im Sande und wir beschlossen, eigene Songs zu schreiben – einfach nur aus Spaß an der Freude. Wir komponierten drei Lieder und entschieden, sie aufzunehmen – wieder nur zum Spaß. Doch die Reaktionen waren sehr gut und wir mochten, wie sich unser Sound entwickelt hatte, also gaben wir uns einen richtigen Bandnamen und ließen es weiter laufen.«

Ich würde eure Musik als Classic oder Hard Rock beschreiben, höre aber auch Elemente von Stoner und Southern Rock. Was sind eure größten Einflüsse?

»Wir verehren die „Holy Trinity“ bestehend aus Black Sabbath, Led Zeppelin und Deep Purple, aber auch andere Titanen wie AC/DC und Lynyrd Skynyrd. Wir ziehen auch viel Inspiration aus Bands, die nicht so oft genannt werden, beispielsweise Uriah Heep, Blackfoot und UFO. Auch neuere Truppen, die sich auf diese Wurzeln beziehen, wie beispielsweise Monster Magnet, Danzig, Soundgarden, Blackberry Smoke, Whiskey Myers und so weiter stellen einen Einfluss für uns dar.«

Wie schreibt ihr Songs? Gibt es einen Mastermind bei euch oder seid ihr alle im gleichen Maße beim Songwriting involviert?

»Für gewöhnlich bringe ich die Hauptidee, Riffs oder Gesangsmelodien mit ins Studio, und wir gestalten gemeinsam das Arrangement, wenn die Idee nicht eh schon mehr oder weniger steht, oder jammen so lange dazu, bis es sich entwickelt.«



Eure Lyrics handeln von Genre-typischen Themen wie Frauen, Alkohol, Rebellion und selbstverständlich Autos. Versucht ihr, ein gewisses Bild zu bedienen, oder schreibt ihr einfach über das, was euch beschäftigt?

»Na ja, wenn du ein Bild von einer schneebedeckten Landschaft malst, hast du bestimmte Arten von Bäumen und Tieren, die du darstellen kannst – ist es eine Wüstenlandschaft sind es völlig andere Dinge. Auf eine gewisse Weise denke ich, dass es mit unserer Musik genau so ist: Es ist alles Teil der Klanglandschaft, in der wir uns bewegen.«

Euer Sound und euer Songwriting sind deutlich ausgereifter als bei den meisten Newcomern. Habt ihr alle bereits in anderen Bands gespielt?

»Oh ja, wir sind schon eine Weile unterwegs und haben mit anderen Bands gespielt... inzwischen etwas über 20 Jahre.«

Sind einige von euch momentan zusätzlich noch in anderen musikalischen Projekten aktiv oder handelt es sich bei MOTORGUN um euren einzigen kreativen Output?

»MOTORGUN ist seit seinem Bestehen unser Hauptprojekt. Wir hatten über die Jahre hinweg andere Projekte, aber wie bereits gesagt sind die meisten entweder ausgelaufen oder stagnieren. Wir werden vermutlich auch nochmal etwas anderes machen, aber soweit wir voraus blicken können, wird MOTORGUN unsere Priorität bleiben.«

Wie oft spielt ihr Gigs? Können wir in naher Zukunft eine Tour durch Europa erwarten?

»Wir spielen oft live, überwiegend im Süden Brasiliens, denn unser Land ist groß und alles sehr weit voneinander entfernt. Wir loten definitiv die logistischen Erfordernisse einer Europa-Tour aus – vielleicht 2018!«

 

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