Online-MegazineInterview

THE NEPTUNE POWER FEDERATION

Interview mit der Demo-/Eigenproduktionsband 02/18

THE NEPTUNE POWER FEDERATION

Eigentlich erscheint es schon fast ein wenig unwirklich, dass THE NEPTUNE POWER FEDERATION erst jetzt als Tipp des Monats auf dem redaktionsinternen Classic-Rock-Revival-Radar auftauchen. Dabei hat die Band bereits drei Alben veröffentlicht, welche mit ihrer abgefahrenen Mischung aus Stoner Rock, Punk und acid-getränkten Jams eine angenehm frische Abwechselung zu den manchmal dann doch angestaubt klingenden Revival-Bands darstellen. Doch wer oder was steckt hinter der Band, die sich als sagenumwobener Kult anpreist? Und wo kommt im beschaulichen Australien der Nährboden für solch extravaganten Wahnsinn her? Gitarrist Fox steht Rede und Antwort.

Fox, zu allererst einmal: Herzlich Glückwunsch, ihr seid in Rock Hard Vol. 369 zum Tipp des Monats unter den Eigenproduktionen gewählt worden! Wie habt ihr auf die Auszeichnung reagiert?

»Besten Dank, wir waren sehr erfreut! Wir sind hier in Australien mehr oder weniger vom Rest der Welt isoliert, daher ist es eine ziemlich große Sache für uns, wenn wir Aufmerksamkeit von außerhalb bekommen. Vor allem in so einem Magazin wie eurem, welches über die Musik berichtet, die wir lieben.«

Ihr habt im Oktober letzten Jahres euer aktuelles Album „Neath A Shin Ei Sun“ veröffentlicht, welches sowohl von Fans als auch von Kritikern ziemlich heftig abgefeiert worden ist. Seid ihr mit den Reaktionen bis jetzt zufrieden?

»Also bisher waren die Rückmeldungen wirklich gut! Wir sind eine kleine DIY-Band ohne ein riesiges PR-Team im Rücken, daher helfen uns positive Reviews und Mundpropaganda ungemein. Ich denke, dass die Leute, die unser Album gut finden, einen ähnlichen Musikgeschmack wie ich besitzen – daher spüre ich eine besonders enge Verbindung zu diesen Menschen. Mein Ziel ist es, irgendwann mit jedem einzelnen unserer Hörer ein Bier getrunken zu haben.«

Laut eurer Website seid ihr nicht bloß eine ordinäre Band, sondern ein Kult, in dem eure Band als Kirche und psychedelischer Gospel fungiert. Kannst du erklären, wie ihr überhaupt auf diese Idee gekommen seid?

»Um ehrlich zu sein, wanderten meine Bandmitglieder und ich ziellos umher. Verlorene Seelen, die auf einem Parkplatz abhingen, Bier tranken und Judas Priest hörten – ohne auch nur einen Gedanken an den nächsten Morgen zu verschwenden. Doch dann – einen himmlischen Lichtstrahl und eine Rauchwolke später – stand sie vor uns: die imperiale Priesterin! Wir waren geblendet und standen sofort unter ihrem Einfluss, wie willenlose Marionetten. Als Band reisen wir nun von Stadt zu Stadt, um neue Untergebene zu rekrutieren. Ich habe zudem völlig vergessen, was einst war: Hatte ich einen Job? Eine Familie? Die würden sich bestimmt fragen, wo ich geblieben bin.«

Was steckt hinter eurem Bandnamen und was ist die angepriesene „Shin Ei Sun“?

»THE NEPTUNE POWER FEDERATION wurden konzipiert, um Werte wie Stärke, Einheit, kosmische Intelligenz und endlose Jams mit endgeilen Gitarrensoli zu vermitteln. Die „Shin Ei Sun“ ist ein Ort, an dem wir nach unserem Tod in unser Rock'n'Roll-Afterlife hinübergleiten – So hat es die Priesterin prophezeit. Benannt wurde dieser göttliche Ort übrigens nach einem legendären japanischem Fuzz-Pedal-Hersteller.«

Das Cover eures Albums spiegelt die Energie und den psychedelischen Wahnsinn eurer Musik sehr gut wieder. Wer ist für das Artwork zu „Neath A Shin Ei Sun“ verantwortlich?

»Hey, Danke! Das Albumcover habe tatsächlich ich gemalt (www.theartoffox.com). Du hast mich grade an meinen vorherigen Job als Künstler erinnert, Danke dafür! Für das Cover hatte ich eine Mischung aus dem „Axis: Bold As Love“-Artwork und einem Pushead-Metallica-T-Shirt im Kopf. Wenn ich so drüber nachdenke: Fast alles, was wir als Band konzipieren, ist irgendwie eine Mischung aus scheinbar unvereinbaren Ideen aus dem Hard-Rock-Kosmos.«



Was sind eure musikalischen Einflüsse? Welche Alben laufen bei dir zurzeit in Dauerschleife?

»Am meisten Inspiration schöpfen wir aus den glorreichen Jahren der Sechziger und Siebziger, da ist dann aber auch wirklich fast alles dabei. In letzter Zeit haben wir uns von Budgie, Sabbath, Queen, UFO, Sir Lord Baltimore, Hawkwind, Ian Hunter, Betty Davis und Jefferson Airplane inspirieren lassen. Dauergast auf meinem Plattenteller sind zurzeit The Admiral Sir Cloudesley Shovell, Salem’s Pot, Bullet, Killer Boogie und Cosmic Kahuna.«

„Neath A Shin Ei Sun“ ist nicht euer erstes Album, sondern bereits euer drittes. Wie hat sich euer Image als Kult über die Jahre hin entwickelt?

»Uns ist irgendwann aufgefallen, dass die Konzertbesucher nach unseren Shows nicht nach Hause gefahren sind - sondern uns leise singend verfolgten und versucht haben, uns die Füße zu waschen. Das haben wir dann einfach als gegeben akzeptiert.«

Ihr seid als Band noch relativ jung, jedoch habt ihr bereits zahlreiche Fans in anderen Ländern – vor allem in Russland und Deutschland. Wie erklärt ihr euch euren Erfolg in diesen Ländern und habt ihr vor, in nächster Zeit außerhalb Australiens zu touren?

»Wir finden es absolut großartig, auch Menschen außerhalb unserer Heimat mit unserer Musik zu begeistern! Es scheint, als würde ein nicht unwesentlicher Teil der europäischen Bevölkerung permanent Kutten und Leder tragen und jeder bereit sein, zu rocken. Das würde zumindest unseren Erfolg erklären. Du magst vielleicht denken, dass es bei der Historie an einflussreichen, australischen Bands hier nicht anders sein sollte – doch da liegst du völlig daneben. Die einzige Lösung ist daher eine Europa-Tour, welche wir im März 2019 in Angriff nehmen werden.«

Live tragt ihr alle ziemlich abgefahrene Kostüme, vor allem eure Sängerin ist immer sehr extravagant gekleidet. Stellt sie die Kostüme selbst her und wie wichtig ist es für euch, live einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen?

»Die imperiale Priesterin hat ein kleines Team an Schneiderinnen, die rund um die Uhr arbeiten und neue Kostüme nähen. Dabei MUSS jedes Kostüm spektakulärer als das vorherige sein. Unsere Präsentation ist uns sehr wichtig, daher gehen wir jede noch so kleine Clubshow an, als wären wir KISS im Madison Square Garden 1979.«



Und zu guter Letzt: Was habt ihr als Band für die kommenden Jahre geplant?

»Wir haben gerade angefangen, an unserem vierten Studioalbum zu arbeiten und freuen uns darauf, im März 2019 endlich in Deutschland auftreten zu können. Ansonsten genießen wir ein Leben voller Riffs, Bier und Okkultismus.«

Das aktuelle Album „Neath A Shin Ei Sun“ erscheint bald auch in Europa via Oak Island Records, um den Vertrieb wird sich Cargo Records kümmern.

 

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