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PRONG, DEW-SCENTED

Wiesbaden, Kesselhaus

PRONG

Auf der Eintrittskarte steht „Beginn: 19.30 Uhr“ und das will man eigentlich gar nicht so recht glauben. Aber tatsächlich geht es so früh los und die älteren Fans (sie machen heute natürlich den Großteil des Publikums aus) kommt das natürlich entgegen.

Dennoch hat der Start des Abends etwas sentimentales, denn der Opener DEW-SCENTED befindet sich auf seiner Abschiedstour. Die Work-Life-Band-Balance der Musiker scheint nicht mehr zu stimmen und so sorgen die Niedersachsen für ein selbstbestimmtes Ende ihrer langen Bandgeschichte. Leider, denn der heutige Auftritt – ihr letzter in Hessen – beweist einmal mehr, dass die Truppe zur Speerspitze der deutschen Thrash-Szene zählt. Das nicht zuletzt, weil man mit Leif Jensen einen ausdrucksstarken und charismatischen Frontmann (der heute allerdings mit seiner Stimme kämpft und alles gibt) in seinen Reihen hat und sich auf sein starkes Songmaterial aus der „I“-Diskografie verlassen kann. Mit der vierzigminütigen Show schafft man es, sich in das Gedächtnis der Anwesenden einzuprägen. Dass man zum Headliner passt, hat man schon 2013 vorweggenommen, als man auf der „Insurgent“-Scheibe mit 'Steady Decline' eine Prong-Nummer gekonnt gecovert hat. Danke für 26 Jahre authentischen Teutonic Thrash mit dezentem Death-Metal-Einschlag. Mal sehen, wo die Musiker künftig rumlärmen. Letzte Gelegenheit die Truppe noch zu sehen ist – sofern man Karten hat – ihre Abschiedsshow in Walsrode Anfang Oktober oder kurz davor beim Metal Inferno Festival in Paderborn.

PRONG bleiben einem hoffentlich noch länger erhalten, insbesondere wenn Frontmann Tommy Victor eine so ausgeprägte Spiellaune hat. Zwar muss der Veteran auf seinen Dummer Arturo Cruz verzichten, der in den Staaten mit Lamb Of God unterwegs ist, aber der Ersatzmann macht einen ordentlichen Job und auf Sidekick Jason Christopher am Bass kann sich der Bandleader sowieso verlassen. War der Gitarrist im Sommer mit Glenn Danzig unterwegs, erkennt man heute, dass sein Herz natürlich mehr für seine eigene Band schlägt. Hier ist er kein Hintergrundmusiker für den Schinkengott, sondern steht selber im Rampenlicht. In diesem bietet sein Trio einen 95-minütigen Auftritt, der es in sich hat. Es werden Songs aus neun Alben geboten, wobei gleich der Einstieg mit 'For Dear Life', 'Beg To Differ', 'Lost And Found', 'Unconditional' und 'Prove You Wrong' mit Klassikern der saustarken zweiten und dritten Scheiben dafür sorgt, dass der Abend gar nicht schlecht werden kann. Wie erwähnt, der Chef gibt Handküsschen, sagt fleißig „Dankeschön“ und hat sichtlich Freude, dass das Kesselhaus mit seinem begeisternden Publikum rappelvoll ist. Höhepunkt der Show ist natürlich das Doppel 'Whose Fist Is This Anyway?'/'Snap Your Fingers, Snap Your Neck', welches noch mal für Massenbewegung im Publikum sorgt, bevor dann vier Zugaben folgen und man schon um 22.10 Uhr die Heimreise antreten kann.

Fazit: Ein kurzweiliger Abend, der den Eintrittspreis von 24 Euro (Abendkasse) locker rechtfertigt. Wenn die Amerikaner nächstes Jahr wieder kommen, dürfen sie ihre Setlist allerdings wieder mal etwas variieren, denn letztes Jahr spielte man fast den gleichen Set.



SETLIST PRONG

For Dear Life
Beg To Differ
Lost And Found
Unconditional
Prove You Wrong
However It May End
Another Wordly Device
Turnover
Cut And Dry
Broken Peace
Divide And Conquer
Revenge… Best Served Cold
Whose Fist Is This Anyway?
Snap Your Fingers, Snap Your Neck
+++
Ultimate Authority
Rude Awakening
Power Of The Damager
Forced Into Tolerance

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