Online-MegazineFestivals & Live Reviews

HOPELEZZ, NERVOSA

Bochum, Rockpalast

NERVOSA

Es ist ein Freitagabend Ende Juli, das Thermometer hat die 30 Grad schon länger hinter sich gelassen und zeitgleich findet im benachbarten Essen das Umsonst-und-Draußen-Festival Nord Open Air statt – insgesamt also nur semigute Voraussetzungen für den Gig der Thrasherinnen von NERVOSA. Trotzdem finden sich im Bochumer Rockpalast geschätzte 80 Nasen ein, die sich den Auftritt des brasilianischen Power-Trios nicht entgehen lassen wollen.

Pünktlich um 20:00 Uhr eröffnen aber erstmal HOPELEZZ aus Wuppertal den Abend. Das Quartett ist sichtlich motiviert, besonders Sänger/Gitarrist Adrian Vorgerd gibt mit Freude den Animator und lässt gesanglich gerne mal seinen inneren Robb Flynn raushängen. Machine Head sind generell eine gute Referenz für den Sound der Truppe, was auch das 'Imperium'-Cover unterstreicht, dass die Herren ins Set einbauen. Leider lässt sich besagter Sound, vor allem in der ersten Hälfte des Sets, nur erahnen, denn nur Schlagzeug und Gesang kommen einigermaßen definiert aus den Boxen, selbst die Solokanäle der Gitarristen haben es schwer. So bleibt ein dicker Wermutstropfen in einem ansonsten engagierten Auftritt.

Ziemlich genau dreißig Minuten dauert es danach, bis NERVOSA zu den Intro-Klängen ihres aktuellen Drehers „Downfall Of Mankind“ auf die Bühne kommen und mit 'Horrordome' in ihr Set starten. Live wird dabei nochmal deutlich, wie viel brutaler die Songs der neuen Platte sind, zumal diese gut die Hälfte der Setlist stellen. Was sich hingegen nicht geändert hat, ist die Arbeitsaufteilung des Trios: Sängerin und Bassistin Fernanda Lira übernimmt den Großteil der Animationen und stachelt von der Bühnenkante aus das Publikum an, was dieses immer wieder dankend annimmt, während Gitarristin Prika Amaral und Neu-Drummerin Luana Dametto ultra-präzise ihre Parts herunterholzen. Das ist alles hochkompetent, stimmungsmäßige Höhepunkte sind dabei die Songs der ersten beiden Alben, Nummern wie 'Hostages' oder 'Arrogance' funktionieren beim Thrash-affinen Ruhrpott-Publikum super, genauso wie das Abschlussdoppel 'Intolerance Means War' und der Bandhit 'Into Moshpit', bei dem sich trotz der Temperaturen tatsächlich ein solcher bildet. Nach guten 60 Minuten ist dann Schluss, die Band verlässt unter leider unerhörten Zugaberufen die Bühne, nur um quasi sofort am Merch-Stand zu stehen und mit den Fans zu quatschen. Letztendlich ein starker, hochmotivierter Auftritt, der trotz der Clubkonzert-widrigen Bedingungen mehr Zuschauer verdient hätte.

AbfahrplanDie nächsten Konzerte

NERVOSA + BURNING WITCHES + IRONY OF FATE30.08.2018CH-LuzernSchüürTickets
HOPELEZZ07.09.2018OberhausenHelvete Tickets
HOPELEZZ08.09.2018NeussHaus der JugendTickets
 
 

Diese Seite verwendet Cookies. Erfahrt in unserer Datenschutzerklärung mehr darüber, wie wir Cookies einsetzen und wie Ihr Eure Einstellungen ändern und Cookies deaktivieren könnt. Darüber hinaus verwenden wir Cookies Dritter für die Einbindung audiovisueller Inhalte durch Youtube, Spotify und Soundcloud. Dem könnt ihr hier zustimmen oder dies ablehnen. Datenschutzerklärung ansehen