Online-MegazineFestivals & Live Reviews

DORO, HARTMANN, DIRKSCHNEIDER

HANAU ROCKS 2017

DIRKSCHNEIDER

Das Amphitheater in Hanau – direkt hinter dem Schloß Philippsruhe gelegen – ist eine wunderbare Location, die etwas an das Amphitheater in Gelsenkirchen erinnert, welches dem Rock Hard jährlich zu Pfingsten einen wunderbaren Rahmen für unser Festival bietet. In Hanau kommt noch positiv hinzu, dass das gesamte Publikumsgelände mit einer Zeltplane überspannt ist. So ganz Open Air ist das zwar nicht, macht aber heute absolut Sinn, da es leicht regnet. Auf eben diesem Areal finden jedes Jahr zahlreiche Konzerte statt und diesen Sommer gibt es unter dem Banner „Hanau Rocks“ erstmal ein kleines Heavy-Metal-Festival.

Den Auftakt machen HARTMANN, die Band des Namensgebers Oliver Hartmann, der ansonsten bei anderen größeren Acts (Helloween, Edguy, Rhapsody) im Studio oder auf Tour im Hintergrund wertvolle Arbeit leistet sowie mit seiner beeindruckenden Pink-Floyd-Coverband Echoes unterwegs ist. Zuletzt in der Vorwoche, als er mit Avantasia in Wacken als Headliner auf der Bühne stand. Heute geht es im kleineren Rahmen um seine eigene Band. Bei dem Quartett bewegt sich das Songmaterial an der Trennlinie von AOR und Melodic Metal. Und da die Truppe aus der Gegend kommt, hat man heute ein Heimspiel. Damit verbunden sind wohlwollende Publikumsreaktionen zumal das Songmaterial (u.a. 'High On You', 'The Sun's Still Rising', 'Right Here Right Now', 'Don't Give Up Your Dream', 'Alive Again', 'Out In The Cold') Klasse hat. Klar, dass einiges vom Band kam, aber mit Auftritten wie diesem kann der Ausnahmemusiker den Bekanntheitsgrad der Band stetig steigern. Letztlich ein solider Einstieg in einen Abend, bei dem die Härtegrade anschließend mächtig steigen.

Doro Pesch hat derzeit wieder Lust auf ihre Warlock-Vergangenheit. So besteht die Setlist von DORO weitgehend aus Achtziger-Nummern ihrer alten Truppe. Hinzu kommen das Priest-Cover 'Breaking The Law' und Doro-Material wie 'Raise Your Fist In The Air', 'Revenge', 'Love's Gone To Hell' sowie die Wacken-Hymne 'We Are The Metalheads'. Die Blondine bietet einen gewohnt routinierten Auftritt, hat eine eingespielte Backing-Band und sorgt mit ihren Ansagen (u.a. „Geht es euch gut, Leute?“, „Wollt Ihr noch mehr Spaß?“, „Geile Ballade zur Abwechslung“, „Ich bin so happy, euch zu sehen!“, „Show me your best Headbanging!“, „Super schön!“) wahlweise für Erheiterung, Freude oder Fremdschämen – zumindest kommt ihre Kommunikation mit dem Publikum von Herzen. Nachdem Lee Aaron diesen Sommer die Chance verpasst hat, sich als Metal Queen zu rehabilitieren, bleibt dieser Titel am besten bei der Düsseldorferin.

Udo Dirkschneider befindet sich scheinbar auf einer endlosen Abschiedstour (für nächstes Jahr sind auch schon Dates gebucht) mit dem Accept-Songmaterial. Und das ist gut so! Denn die Songs der damaligen Solinger entfalten ihre Klasse am besten mit dem Originalsänger. Und der hat unter dem DIRKSCHNEIDER-Banner eine Setlist am Start, die man noch vom Rock Hard Festival im Juni kennt und die wirklich keine Wünsche offen lässt. Im Gegenteil, mit 'Burning' wird die reguläre Setlist der Festivaltour noch um eine Nummer erweitert. So wird ein Klassiker an den anderen gereiht und einmal mehr wird deutlich, wie wichtig Accept auch als Proto-Speed/Thrash-Metal-Band waren. In der Setlist finden sich Nummern, die man von den Herren Baltes und Hoffmann wohl nie wieder hören wird, und die man künftig missen wird. Gab der neue Gitarrist Bill Hudson in Gelsenkirchen im Juni sein Debüt, ist er mittlerweile fest integriert, hat sichtlich Freude, das deutsche Kulturgut zu interpretieren und ist damit Teil des Metal-Balletts. Und überhaupt haben alle auf der Bühne, wie auch im Publikum, mächtig Spaß an der Zeitreise in die Achtziger. Etwas pathetisch, aber nicht unpassend ist der Abspann vom Band in Form von Frank Sinatras
'My Way', denn die Nummer trifft auf den Werdegang des Udo Dirkschneider relativ gut zu.



Fazit: Ein geiler Abend (um in der Sprache von Doro zu bleiben), der zwar mit 65 Euro an der Abendkasse einen stolzen Preis hat, dennoch alle Anwesenden begeistert. Leider wurde aber die Gelegenheit verpasst – wie in Wacken 2012 – die gemeinsame Ballade 'Dancing With An Angel' vom „Man And Machine“-Album aus dem Jahr 2002 mal wieder zu präsentieren. Schwach fällt nur der Getränkeausschank aus: Schon nach Doros Auftritt war an manchen Ständen kein Bier mehr zu haben. Und auch das war bis dahin sowieso brutal überteuert. Wäre klasse, wenn es 2018 wieder ein Hanau Rocks geben würde!


SETLIST DORO

Raise Your Fist In The Air
I Rule The Ruins
Burning The Witches
Fight For Rock
East Meets West
Für Immer
We Are The Metalheads
Revenge
Love's Gone To Hell
Metal Racer
Breaking The Law
All We Are
Hellbound
True As Steel

SETLIST DIRKSCHNEIDER

Starlight
Living For Tonite
Flash Rockin` Man
London Leatherboys
Midnight Mover
Breaker
Princess Of The Dawn
Restless And Wild
Son Of A Bitch
Up To The Limit
Screaming For A Love-Bite
Losers And Winners
---
Metal Heart
Fast As A Shark
Balls To The Wall
Burning

 

Pics: Britta Stippich

AbfahrplanDie nächsten Konzerte

DORO01.12.2017LeipzigHaus Auensee Tickets
DIRKSCHNEIDER + RAVEN02.12.2017LeipzigHaus Auensee Tickets
DORO03.12.2017AT-InnsbruckHafen Tickets
DIRKSCHNEIDER + RAVEN03.12.2017OberhausenTurbinenhalle Tickets
DIRKSCHNEIDER + RAVEN05.12.2017HamburgGroße FreiheitTickets
DORO06.12.2017MünchenBackstage WerkTickets
DIRKSCHNEIDER + RAVEN06.12.2017HannoverCapitolTickets
DIRKSCHNEIDER + RAVEN07.12.2017BremenAladin Tickets
DORO08.12.2017NeuruppinKulturhausTickets
DIRKSCHNEIDER + RAVEN09.12.2017OsnabrückHyde Park Tickets
DORO09.12.2017OberhausenTurbinenhalle Tickets
DORO10.12.2017WolfsburgHallenbadTickets
DIRKSCHNEIDER + RAVEN10.12.2017BerlinHuxley´s Tickets
DORO12.12.2017RegensburgEventhall AirportTickets
DIRKSCHNEIDER + RAVEN12.12.2017KölnEssigfabrikTickets
DORO14.12.2017CH-PrattelnZ7 Tickets
DIRKSCHNEIDER + RAVEN15.12.2017TuttlingenStadthalleTickets
DORO15.12.2017RavensburgOberschwabenhalleTickets
DIRKSCHNEIDER + RAVEN16.12.2017KaufbeurenAll-Karthalle Tickets
DIRKSCHNEIDER + RAVEN17.12.2017StuttgartLKATickets
DIRKSCHNEIDER + RAVEN19.12.2017CH-PrattelnZ7 Tickets
DIRKSCHNEIDER + RAVEN21.12.2017MünchenBackstage WerkTickets
DIRKSCHNEIDER + RAVEN22.12.2017GeiselwindEventhalleTickets
DIRKSCHNEIDER + RAVEN23.12.2017MannheimMaimarkthalleTickets

Reviews

DORO - Für immerRH #366 - 2017
Rare Diamonds/Rough Trade (71:35)Auf ihrem Label Rare Diamonds Productions will ...
DIRKSCHNEIDER - Live - Back To The Roots - Accepted!RH #364 - 2017
(AFM/Soulfood)Holla, die Flecktarn-Fee, halbe Sachen machen DIRKSCHNEIDER mit ...
HARTMANN - Shadows & SilhouettesRH #355 - 2016
Pride & Joy/Edel (52:28)Wenn Tausendsassa Oliver Hartmann nicht gerade mit A...
DIRKSCHNEIDER - Live - Back To The RootsRH #354 - 2016
AFM/Soulfood (129:42)Vor einiger Zeit kündigte der ehemalige Accept-Fronter Udo...
DORO - Strong And Proud - 30 Years Of Rock And MetalRH #350 - 2016
(Nuclear Blast/Warner)Zugegeben, es gibt bereits die eine oder andere DORO-Live-...
DORO - Powerful Passionate FavoritesRH #324 - 2014
Nuclear Blast/Warner (43:38) Zu ihrem 30-jährigen Bühnenjubiläum veröffentl...
DORO - Raise Your FistRH #306 - 2012
Nuclear Blast/Warner (52:07) Mit DORO verhält es sich wie mit Austern: ein Gen...
DORO - Under My Skin - A Fine Selection Of Doro ClassicsRH #304 - 2012
AFM/Soulfood (135:33) Die Düsseldorferin hat sich zwar in Richtung Nuclear Bla...
DORO - Raise Your Fist In The AirRH #303 - 2012
Nuclear Blast/Warner (16:03) Doro Pesch meldet sich knappe drei Jahre nach ihre...
HARTMANN - BalanceRH #302 - 2012
Avenue Of Allies/H´Art (54:50) Nicht ohne Grund zählt Oliver Hartmann zu den ...
HARTMANN - Out In The Cold
Zeitlosen melodischen Rock gab es 2005 auf der ersten Soloscheibe des Sängers, ...
HARTMANN - III
Mit einem treibenden Rhythmus überrascht der Opener ´I Won´t Get Fooled Again...
HARTMANN - Handmade
Green Roof/Alive (79:39) Nachdem vor ein paar Monaten „Handmade“ bereits al...
HARTMANN - Home
(47:58) Mit seinem zweiten Soloversuch holt uns der ehemalige At-Vance-Sänger ...
DORO - Warrior SoulRH #227 - 2006
(54:10) Man kann sich bei DORO ja über ´ne Menge streiten. Darüber, dass Son...
DORO - Warrior SoulRH #227 - 2006
Doro ist ein lieber Mensch und ihr textliches Anliegen aller Ehre wert, aber der...
DORO - In Liebe und FreundschaftRH #223 - 2005
(14:52) Deutschsprachige Nummern bzw. Balladen haben bei Doro Pesch Tradition, ...
HARTMANN - Out In The Cold
(52:31) Sicher, ein Überfliegeralbum ist „Out In The Cold“ nicht geworden;...
DORO - Classic DiamondsRH #209 - 2004
(47:36) Wie lang kann so ein Zug eigentlich sein, dass sich Jahre, nachdem die...
DORO - Let Love Rain On Me
(23:49) Diese EP soll einen ersten Vorgeschmack auf das kommende DORO-Klassik-A...
DORO - FightRH #184 - 2002
Der fiese Schrei, mit dem Madame Pesch den eröffnenden Titeltrack beginnt, zeig...
DORO - Love Me In BlackRH #133 - 1998
Der Titel suggeriert zwar, daß Frau Pesch nach ihren Exkursionen in Elektro-bee...
DORO - Machine II MachineRH #95 - 1995
Schenkt man dem Info der Plattenfirma Glauben, hat DORO 1995 'ne schwere Schlags...
DORO - Angels Never DieRH #71 - 1993
Ich bin gewiß kein Fan von DORO, soviel vorweg. Warlock waren damals okay, aber...
DORO - True At HeartRH #54 - 1991
Ein Blick auf die Redaktionscharts zeigt es deutlich auf: "True At Heart" ist, z...
DORO - True At HeartRH #54 - 1991
Hey, Klasse, dies ist die Scheibe mit den drei Möglichkeiten. Nr. 1: Ihr seid a...
DORO - Force MajeureRH #32 - 1989
Was sich in der Vergangenheit schon oft andeutete und als unbestätigtes Gerüch...