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ANGELUS APATRIDA, SKELETAL REMAINS, TRALLERY

Essen, Turock

ANGELUS APATRIDA

Der heutige Freitag ist für ANGELUS APATRIDA gleich doppelter Feiertag: Sie starten nicht nur im Essener Turock ihre erste Headlinertour durch Europa, sondern veröffentlichen auch ihre neue Scheibe „Cabaret De La Guillotine“.

Spanischer Thrash eröffnet dann auch den Konzertabend: TRALLERY haben ihre Heimat auf Mallorca und gehen sichtlich hochmotiviert in ihre erste Europatour. Ihr recht melodischer Thrash Metal kommt druckvoll und glasklar aus den Boxen und findet Gefallen bei den bereits zahlreichen Zuschauern, auch wenn der von Fronter Humberto mehrmals geforderte Pit bis zum letzten Song warten muss. Ein starker Auftritt, der auch davon profitiert, dass alle Bands mit dem gleichen Drumset spielen, so dass nichts vorgebaut werden muss und so von Anfang an die volle Bewegungsfreiheit zur Verfügung steht.

Eine ganze Schüppe Härte hauen anschließend die US-Todesmetaller SKELETAL REMAINS drauf. Die legen zwar ebenfalls einen umfeierten Auftritt hin, zwei Faktoren trüben den Gig der Kalifornier aber ein wenig: Einerseits kratzen die Boxen, andererseits merkt man den Musikern ihren Jetlag an. Zwischen den Songs gibt daher auffällig lange Pausen und nach gut 45 der angekündigten 60 Minuten Spielzeit fällt bereits der Vorhang. Trotz dieser Widrigkeiten entfacht die Truppe aufgrund ihrer Präzision ein druckvolles Death Metal-Inferno, das für einige fliegende Haare und den ersten Pit des Abends sorgt. Und etwas positives hat die verfrühte Schlusszeit letztendlich auch noch, denn so kann sich die Band für eine Zugabe zurück auf die Bühne brüllen lassen.

Dass die meisten Zuschauer aber – Überraschung! – wegen ANGELUS APATRIDA gekommen sind, zeigt sich schon ab den ersten Takten des Headliners. Der vordere Teil des Zuschauerraums mutiert sofort zum Moshpit, im hinteren Teil fliegen die Haare und auf der Bühne brennen die Spanier ein absolutes Thrash-Feuerwerk ab. Da spielt es auch keine Rolle, dass nach einigen Songs die Bassdrum Probleme macht, denn diese kurze Verschnaufpause nutzt der Eine oder Andere zur Erfrischung, um im Pit nachher noch ein wenig mehr Gas zu geben. Folgerichtig liegen die Fanfavoriten bei Nackenbrechern der Marke 'Serpents On Parade' (bei dem sich dann auch ein Circle Pit Bahn bricht), wobei auch die melodischeren Refrains laut und mit Freude mitgebrüllt werden. Vor allem die Songs der letzten beiden Alben „The Call“ und „Hidden Evolution“ sorgen für ordentlich Stimmung, nur 'Blood On The Snow' fehlt zumindest heute Abend leider. Die Songs des neuen Albums gehen live ebenfalls gut ab, auch wenn sie naturgemäß noch nicht bei allen Anwesenden präsent sind. Nach guten 70 Minuten beenden die Spanier dann unter nicht erhörten Zugaberufen ihren Set.

ANGELUS APATRIDA gehören gemeinsam mit Truppen wie den Suicidal Angels zur Speerspitze der neueren europäischen Thrash-Welle und haben mit ihrer neuen Scheibe einen weiteren Schritt nach vorne gemacht. Auch die aktuelle Tour unterstreicht diese Entwicklung: Starke Opener, starker Headliner-Gig, kurzum Thrash at it's best!

 

Pics: Maximilian Blom

 
 

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