RH #285Lauschangriff

LONG DISTANCE CALLING

Gute Reise

Postrock? Auch. Aber wer will es sich ernsthaft in muffig-engen Schubladen gemütlich machen, wenn die große Weite lockt, wenn die eigene Band längst nicht mehr nur nach Münster, sondern eher nach Marseille, Montreal und Mombasa, nach Mailand, Mexiko-Stadt und vielleicht sogar dem Mars tönt?

Es ist ja immer so ein Ding mit den angeblich „programmatischen“ Titeln, denn wenn man will und sich Mühe gibt, passt alles irgendwie zu irgendeiner Interpretation. Aber dass LONG DISTANCE CALLING, diese hervorragenden, mal progressiven, mal entspannten Instrumental-Rocker, ihr am 18. Februar in den Handel kommendes drittes Album quasi titellos gelassen haben, ist, hat man sich die 56-minütige CD angehört, mehr als verständlich.

»Das Album wird lediglich „Long Distance Calling“ heißen, weil es uns als Band von allen bisherigen Veröffentlichungen nicht nur am besten repräsentiert, sondern zudem ein Gefühl von - tatsächlich - Weite vermittelt«, rekapituliert Basser Jan Hoffmann (36) im Gespräch.

Und richtig: Während viele sogenannte Postrock-Bands vor allem im kleinen Raum verharren, Geschichten erzählen wie viel zu traurige Mangas und musikalisches Cocooning betreiben, vergeht der Fünfer aus dem Münsterland vor erwartungsfrohem Fernweh, natürlich weitab alter Ton-Steine-Scherben-Wut („Wir müssen hier raus, das ist die Hölle“), aber immer mit dem Gefühl, dass es da draußen so viel gibt, nach dem es sich zu suchen lohnt.

»Wir haben uns beim Komponieren von den Riffs und Rhythmen treiben...

Dieser Text endet hier.

Online-Abonnenten freuen sich über den kompletten Artikel nach dem Log-in.

AbfahrplanDie nächsten Konzerte

VOLBEAT // ROB ZOMBIE // MOTÖRHEAD // HATEBREED // AMON AMARTH // BRING ME THE HORIZON // TRIVIUM // CALLEJON // WALLS OF JERICHO // EMMURE // u.v.m.04.07.2014
bis
06.07.2014
Roitzschjora, FlugplatzWITH FULL FORCE