KISS
Destroyer (1976)
„Destroyer“ ist das anspruchsvollste KISS-Album der siebziger Jahre und ein Fundus unsterblicher Klassiker, hinter den Kulissen aber auch der Anfang vom Ende der Original-Besetzung der Gruppe. Gene Simmons blickt für das Rock Hard exklusiv zurück.
Verglichen mit den ersten drei Longplayern „Kiss“, „Hotter Than Hell“ und „Dressed To Kill“ ist „Destroyer“ ein stilistischer Quantensprung. Probierten KISS zuvor mehr oder minder erfolgreich, ihren ruppigen Livesound einzufangen, präsentiert sich „Destroyer“ 1976 als Lehrbuch-Studioalbum, das weit über den normalen Bandkontext hinausgeht und sämtliche damals zur Verfügung stehenden technischen Möglichkeiten ausschöpft. Mit dreieinhalb Dekaden Abstand weiß Simmons, wem dafür die Ehre gebührt.
»Was damals passierte? Bob Ezrin passierte! Bob (der in den frühen Siebzigern u.a. Alice Cooper produzierte, später auch Pink Floyd, Deftones und Jane´s Addiction - jj) wurde der Trainer, den wir bis dato nie hatten. Du kannst ein guter Boxer sein, aber erst wenn jemand kommt und dir sagt, was genau du noch verbessern musst und wie du das tun kannst, erreichst du wirkliche Fortschritte. Im Militär ist dein Freund der Sergeant, der dir ins Ohr brüllt, was du zu machen hast, damit du ein perfekter Soldat wirst. Wir hatten Bob Ezrin. Und der hat uns heftig in die Eier getreten.«
Bob sorgt für Zucht und Ordnung: Er staucht Gene zusammen, wenn der nicht pariert, und verwendet als vorsintflutlichen Clicktrack eine Zigarrenkiste, auf der er mit...
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