KING DIAMOND, MERCYFUL FATE
SEZIERTISCH - KING DIAMOND / MERCYFUL FATE
Die wichtigsten Black-Metal-Vorreiter versammelten im Laufe von nahezu drei Jahrzehnten Dutzende, wenn nicht Hunderte von begeisterten Kopisten hinter sich. Bei MERCYFUL FATE ist es keine Handvoll, obwohl ihr Einfluss auf das Genre gar nicht genug gewürdigt werden kann. Anders als Hellhammer, Venom und Bathory waren sie schon kompositorisch kaum zu greifen. KING DIAMOND ist für seine gerne als Eunuchen-Fistelgesang verhöhnte Stimmlage bekannt, aber abgesehen von dieser Klangfarbe verfügte er von Anfang an über das Repertoire eines Theaterschauspielers, der in verschiedensten Tonlagen spricht, singt, haucht, faucht, keift und sonstige Akrobatik vollführt. Ein Ansatz, der sich auf die Liveshows und den dramaturgischen Aufbau speziell der KING DIAMOND-Werke übertrug. Ein wirklich schlechtes Album hat er im Gegensatz zu beinahe allen Metal-Größen nie verbrochen: Statt wie beinahe alle vergleichsweise produktiven und langlebigen Zeitgenossen zumindest temporär an „experimentellen Phasen“ oder Kommerzträumen zu zerschellen, hat der Dänenkönig sich stets noch weiter in die eigene Materie eingegraben. Dafür nahmen sich beide Bands Mitte der 1990er, als sie parallel existierten, die Atemluft: Die meisten Alben dieser Dekade verblassen im Rückblick gegenüber den 1980er-Vorlagen, stellen in ihrer technischen und kompositorischen Inszenierung das Gros der Konkurrenz aber immer noch in den Schatten. Wer einmal Blut geleckt hat, wird also kaum einen klassischen Fehlkauf erleben.
UNVERZICHTBAR ...
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