WALTARI
Vollends gestörte Band aus Finnland, der Alptraum jedes Pop-Journalisten, die Allround-Crossover-Könige. Die Ursprünge von Waltari liegen in der Ruokoband, mit der die drei Hatakka-Brüder Tote, Late und Kärtsy (allesamt bis zum heutigen Tage mit echt komischen Wischmopfrisuren gesegnet) auf Kücheninstrumenten musizieren und sogar mehrmals auftreten. Gegen Ende seiner Schulzeit lernt Kärtsy dann Sale und Jariot kennen, und das erste Waltari-Line-up steht. Kärtsy nimmt zum ersten Mal einen Baß in die Hand, den er als Linkshänder auch noch "umgekehrt" spielen muß. Das Trio spielt - zunächst nur zum Spaß - vier EPs/Singles ("Waltari", "Mut Hei", "Rap Your Body Beat", "Good God") ein. 1988 bekommen Waltari einen Plattenvertrag bei dem kleinen Punk-Indie Stupido Twins. Ihren Stilmischmasch nennen die fidelen Knaben zu jener Zeit "Progressive Doublebassdrum Punk". Als der 16jährige Janne und der gerade mal ein Jahr ältere Sami Yli-Sirniö (von der Speed Metal-Combo Brainwash) einsteigen, präsentiert sich die Band nicht nur musikalisch mehr als schräg. Mit schwarzen Kartoffelsäcken, riesigen VW-Abzeichen und weißen Turnschuhen steht das Quartett auf seinem Debüt "Monk Punk" im Wald. Ein Gig bei den Berliner Independent Days verschafft der Truppe dann einen Deal bei Roadrunner. Mit der starken "Torcha!"-Scheibe im Rücken gehen Waltari auf Headliner-Tour durch Europa (ihre erste Tour überhaupt). Das nächste Album, "So Fine", sorgt dann für den Durchbruch. Waltari werden mit ihrem ungewöhnlichen Stilmix - das Album beinhaltet Heavy Metal-, Death Metal-, Funk-, Country-, Disco- und Gothic-Songs - im europäischen Underground eine feste Größe. Die Käufer erhalten das gesamte Spektrum der Pop- und Rockmusik im fetzigen Finnengewand, was humorige Ausflüge keineswegs ausschließt. Die Single 'So Fine!', eine Metal-Disco-Nummer mit den lappländischen Sängerinnen von Angelin Tytöt, erreicht sogar die Pole Position der holländischen Radiocharts. In ihrer Heimat Finnland avancieren Waltari zu einer der größten Rockbands und landen mit "So Fine" ihren ersten Top Ten-Hit. Auf der gemeinsamen Tour mit Angelin Tytöt, die unter dem Motto "Ethno meets Metal" stattfindet, rocken Helsinkis Söhne mit den Töchtern des Polarkreises mächtig ab. Ein bis dato einmaliges Crossover-Spektakel zwischen Folklore und Heavy Metal, mit dem die Finnen auch in Lappland auftreten, wo viele Leute noch nie in ihrem Leben eine E-Gitarre gesehen haben, geschweige denn lärmende Langhaarige. Seltsamerweise haben Roadrunner kein Interesse an einem weiteren Album, da das neue Demomaterial angeblich kein weiteres Hitpotential enthält. In einem Bauernhaus auf dem Lande trotzen Waltari dem harten finnischen Winter und nehmen mit ihrem Hausproduzenten Mikko Karmila "Big Bang" auf. EMI/Spin kaufen das Album, das Waltaris Weg in eine elektronischere Richtung andeutet. "Big Bang" ist ein gutes Album, auch wenn die Scheibe in der Tat keinen Hit abwirft. 1995 entwickelt sich zum besten Jahr für Waltari. Zusammen mit dem Dirigenten Riku Niemi, der Partituren für rund 60 klassische Musiker ausarbeitet, komponiert Kärtsy eine mächtig kranke Rock-Oper, die zwischen Klassik und Death Metal/Grindcore hin- und herpendelt. Die Band führt das Stück mit dem bekanntesten finnischen Kammerorchester Avanti! - inklusive Sopranistin und Amorphis-Grunzer Tomi -unter dem Titel "Yeah! Yeah! Die! Die! (Death Metal Symphony In Deep C)" beim mit öffentlichen Geldern gesponserten Helsinki-Musikfestival auf. Zwar schneidet die Band den Auftritt mit, doch die Musiker entscheiden sich für eine Studiovariante der Death Metal-Symphonie, die sogar kurzzeitig in die deutschen Top 100 einsteigt. Größtes Problem im Studio: Woher bekommt man 55 Kopfhörer? Bei diesem Album ist Gitarrenvirtuose Sami Yli-Sirniö schon nicht mehr dabei. Die Band hat sich kurz zuvor von ihrer Berliner Managerin getrennt, die Yli-Sirniö wenig später heiratet. Sami zieht nach Berlin und schließt sich der Dortmunder Band In Rags an. Mit Roope Latvala (ex-Stone), einem der renommiertesten Metal-Gitarristen Finnlands, ändert sich auch das Konzept von Waltari. Die Band legt sich auf einen härteren Elektro-Metal-Stil fest und läßt ihr Album von Frontline Assembly-Kopf Rhys Fulber (u.a. Fear Factorys "Remanufacture") produzieren. "Space Avenue" ist ein gelungenes Album, dem jedoch die absoluten Höhepunkte fehlen, und zugleich der Abschied vom Komplett-Crossover früherer Tage, der vor allem live immer ein Garant für unterhaltsame Abende war.
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| Gründungsjahr: | (zum editieren der Daten bitte einloggen) |
| Genres: | Heavy Metal |
| Gründungsland: | |
| Plattenvertrag: | Ja |
| Offizielle Homepage: | |
| Aktuelles LineUp: | |
| Ehemalige Bandmitglieder: | |
Diskographie von WALTARI
| Jahr |
Titel |
Medium |
Kategorie |
Review |
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Torcha! |
CD |
Album |
RH-Review |
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Dynamit Vol. 2 |
CD |
RH-CD |
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Dynamit Vol. 6 |
CD |
RH-CD |
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So Fine! |
CD |
Album |
RH-Review |
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Blood Sample |
CD |
Album |
RH-Review |
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Monk-Punk |
CD |
Album |
RH-Review |
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Monk Punk |
CD |
Album |
RH-Review |
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Radium Round |
CD |
Album |
RH-Review |
|
Decade |
CD |
Album |
RH-Review |
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Early Years |
CD |
Album |
RH-Review |
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Rare Species |
CD |
Album |
RH-Review |
| 1993 |
Pala Leipää (Ein Stückchen Brot) |
CD |
Album |
RH-Review |
| 1995 |
Big Bang! |
CD |
Album |
RH-Review |
| 1996 |
Yeah! Yeah! Die! Die! (Death Metal Symphony in Deep C) |
CD |
Album |
RH-Review |
| 1997 |
Space Avenue |
CD |
Album |
RH-Review |
| 2007 |
Release Date |
CD |
Album |
|
| 2008 |
The 2nd Decade - In The Cradle |
CD |
Album |
RH-Review |
Videographie von WALTARI
| Jahr |
Titel |
Medium |
Kategorie |
Review |
WALTARI im WorldWideWeb
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