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KING DIAMOND


Mercyful Fate sind mit Sicherheit eine der aufsehenerregendsten Metalbands der 80er Jahre. Der exzentrische Sänger Kim Bendix Petersen alias King Diamond, berüchtigt für sein Make-up und schwarzes Cape sowie seine ebenso gefärbte Gesinnung, prägt das Image der Band. Nicht nur, daß er in Interviews bekennt, (friedliebender) Satanist zu sein, seine Texte handeln auch von schwarzer Magie und Satanismus. Musikalisch wird die Combo vor allem durch die Gitarristen Hank Shermann und Michael Denner gekennzeichnet, die komplexe, abwechslungsreiche Riffattacken durch ihre Amps blasen. Dieses hervorragende Six-String-Fundament in Verbindung mit dem King, der nahtlos zwischen tiefen, grollenden Vocals und hohen, kreischenden Schreien wechselt, machen Mercyful Fate unverwechselbar. Die Geschichte der Dänen beginnt 1980 in Kopenhagen, als die Lokalband Brats, eine Punk-Metal-Combo, die es nur zu einem Album mit dem Titel "1980 Brats" bringt, auseinanderbricht. Brats-Sänger Yenz Cheyenne gründet die Truppe Geisha, die in den folgenden Jahren King Diamond & Co. noch mehrfach mit frischen Musikern versorgen wird. Die Brats-Gitarristen Michael Denner und Hank Shermann gründen mit Timi Hansen (der sich auch Timi Grabber nennt, nach seiner geliebten Gibson Grabber-Baßgitarre) und Sänger King Diamond von der Band Black Rose eine neue, metallisch orientierte Formation, die wenig später von Drummer Kim Ruzz vervollständigt wird. 1981 und '82 nehmen Mercyful Fate zwei Demos auf, die sowohl bei Magazinen als auch Plattenfirmen eine Menge Staub aufwirbeln. Ebony Records laden die Band nach England ein, wo man für ein Compilation-Album zwei Stücke aufnimmt, 'Walking Back To Hell' und 'Black Funeral', nur letzterer findet schließlich Berücksichtigung auf dem "Metallic Storm"-Sampler. Die holländische Firma Rave On Records nimmt Mercyful Fate unter Vertrag und veröffentlicht ein Mini-Album mit vier Nummern: 'A Corpse Without Soul', 'Nuns Have No Fun', 'Doomed By The Living Dead' und 'Devil Eyes'. Die EP schlägt ein wie eine Bombe: Die BBC lädt die Dänen zu einer Session ein, und wenig später spielt man auf den Aardschok-Festivals in Den Bosch und Bochum. Am gleichen Abend unterschreibt die Band bei Roadrunner für fünf Alben, von denen allerdings nur zwei das Licht der Welt erblicken sollen. Das erste, "Melissa", erscheint im November '83, das zweite, "Don't Break The Oath", im August '84. Es folgen eine zweimonatige Tournee durch die Staaten (mit Manowar, deren Sänger Eric Adams Mercyful Fate später als "fuckin' pussies" beschimpft) sowie fünf Auftritte bei den Christmas Metal Meetings in Deutschland (mit Motörhead). Während dieser Tour treten erste Spannungen innerhalb der Band auf. Besonders Hank Shermann kommt immer weniger mit dem von King Diamond vorgegebenen Image klar. Als er aus Protest bei einem Konzert in Kopenhagen im April '85 in pinkfarbenen Shorts auftritt, brechen Mercyful Fate auseinander. Hank gründet die Melodic-Rock-Formation Fate, die vier Platten veröffentlicht und Anfang der 90er wegen Erfolglosigkeit aufgelöst wird. Erfolgreicher soll die weitere Karriere von King Diamond verlaufen: Er gründet eine eigene Band, in der er ganz alleine das Sagen hat und die folglich auch seinen Namen trägt. Michael Denner und Timi Hansen übernimmt er von Mercyful Fate. Für das Königs-Debüt "Fatal Portrait" verpflichtet er außerdem Drummer Mikkey Dee (ex-Geisha) sowie Gitarrist Anders Allhage alias Andy La Rocque (ex-EF Band) und bedient sich geschickt der erfolgreichen Mercyful Fate-Formel. Das '87 veröffentlichte Konzeptalbum "Abigail" markiert eine Wende in der Diamond'schen Imagepolitik: Die Aufmachung wird weicher und massentauglicher. Von provokanten, satanistischen Lyrics schwenkt er um auf blumige Horrorstories. Nach den Aufnahmen verläßt Michael Denner die Band und wird durch Ex-Madison-Gitarrist Michael Moon ersetzt, der jedoch keine zwölf Monate später seinen Platz für Pete Blakk räumt (spielte früher mit Mikkey Dee bei Geisha). Auch Timi Hansen steigt aus, weil er seinem kleinen Sohn mehr Zeit widmen möchte. Sein Nachfolger wird Hal Patino, ebenfalls ein ehemaliger Geisha-Musiker. Im Frühjahr '88 erscheint die Fortsetzung der "Abigail"-Story. "Them" ist das erste King Diamond-Album ohne Mercyful Fate-Musiker (vom König natürlich abgesehen), was aber kaum ins Gewicht fällt. Das Album trifft voll ins Schwarze: "Them" kann in den US-Billboard-Charts eine Notierung verzeichnen und wird das kommerziell erfolgreichste Album der Combo. Die anschließende US-Tournee läuft wie am Schnürchen, bis dem König eines Abends die Stimme versagt. Die geplante Europa-Gastspielreise wird komplett abgeblasen, da King für seinen Beitrag zum Soundtrack des Gangster-Epos "Bugs" ausreichend Zeit benötigt. Drummer Mikkey Dee nutzt diese Phase für einen karrierefördernden Abstecher zu Motörhead. Beim nächsten King Diamond-Album stellt Dee seine Dienste noch zur Verfügung, doch danach wird mit Snowy Shaw sein definitiver Nachfolger vorgestellt. Auf dem Cover des '89er Rundlings "Conspiracy" ist zum ersten Mal King Diamonds neues Make-up zu bewundern - quasi eine "auslaufende" Variante seines früheren Looks. Schlabberzunge Gene Simmons wittert sofort ein Kiss-Plagiat und versucht (angeblich), den Dänen dafür juristisch zu belangen. Da das Cover nicht gerade zum Kaufen animiert und "Conspiracy" musikalisch allenfalls eine Kopie seiner Vorgänger darstellt, gehen die Verkaufszahlen zurück, und erstmals werden Stimmen laut, die eine Mercyful Fate-Reunion prophezeien. Obwohl King im März '90 nach einem Gig in Kopenhagen tatsächlich eine Jam-Session mit Mercyful Fate-Musikern arrangiert, will er von einer Wiedervereinigung nichts wissen. Stattdessen veröffentlicht er '90 "The Eye", ein starkes Album, das aber wiederum nichts Neues zu bieten hat. Da der Plattenabsatz im gleichen Maße wie die Kreativität stagniert, beenden Roadrunner und King Diamond ihre Zusammenarbeit. Derweil werden massenhaft alte Aufnahmen ausgegraben: 1987 veröffentlichen Roadrunner "The Beginning". Auf diesem Sampler befinden sich das erste Mercyful Fate-Mini-Album, die BBC-Sessions und 'Black Masses', die B-Seite der Single "Black Funeral". 1991 folgen "In Concert 1987 - Abigail", eine Livescheibe mit mäßigen Mitschnitten, und das Album "Return Of The Vampire", das Demo-Aufnahmen aus den Gründungstagen von Mercyful Fate enthält. Den Höhepunkt des Ausschlachtens aber markiert der Sampler "A Dangerous Meeting", auf dem Roadrunner schamlos Material von Mercyful Fate und King Diamond aneinanderklatschen. King Diamond legt eine wohlverdiente Ruhepause ein, die seine Musiker für andere Aktivitäten nutzen: Snowy Shaw schließt sich Memento Mori an, und Andy La Rocque mischt auf "Individual Thought Patterns" mit, dem fünften Album von Chuck Schuldiners Death. Sind diese Aktivitäten nur vorübergehender Natur, so verlassen Hal Patino und Pete Blakk die Band ohne Rückfahrschein. Hal wechselt zur dänischen Formation =Y=, der Band seines alten Geisha-Kumpels Yenz Cheyenne. Pete Blakk gründet (ebenfalls mit einem Ex-Geisha-Musiker, Joel Starander) die Combo Totem. Leider entspringt dieser Besetzung nur das hervorragende "Surface Of Truth"-Demo. Pete modifiziert das Projekt zu seiner Soloangelegenheit Blakk Totem und veröffentlicht '96 via Koch International das nur mäßige Album "The Secret Place". 1993 wird bekannt, daß Mercyful Fate eine Reunion planen. Allzu fern liegt dieser Schritt ohnehin nicht, schließlich musizieren die Mercyful Fate-Veteranen Shermann und Denner schon seit längerem gemeinsam unter dem Banner Zoser Mez. Leider scheint sich niemand für ihre ansprechende Platte "Vizier Of Wasteland" zu interessieren. Mercyful Fate in der Besetzung King Diamond, Hank Shermann, Michael Denner, Timi Hansen und King Diamond-Trommler Snowy Shaw sind die Hauptattraktion auf dem '93er Dynamo Open Air. Ein Auftritt, der nostalgische Gefühle aufkommen läßt, aber von einigen Schönheitsfehlern überschattet wird. So verliert der King schon während der Proben mehrmals seine Stimme, und ausgerechnet Snowy Shaw meistert als einziger das Material der ersten beiden Platten fehlerlos. Mit Morten Nielsen an den Drums (zwar wird Snowy Shaw als Schlagzeuger gelistet, da er offiziell von King Diamond zu Mercyful Fate wechselt, das Album spielt jedoch Nielsen ein) erscheint '93 nach fast einem Jahrzehnt die erste "echte" Mercyful Fate-Scheibe. "In The Shadows" wird ein gelungenes Comeback, das mit einigen hervorragenden Kompositionen glänzt. Lars Ulrich trommelt die Nummer 'Return Of The Vampire' ein. Daher ist es kaum verwunderlich, daß Mercyful Fate '93 als Opener für Metallica und später für Megadeth fungieren. Zudem absolvieren sie eine erfolgreiche US-Tour mit Cathedral und Flotsam & Jetsam. Das im Frühjahr '94 veröffentlichte Mini-Album "The Bell Witch" enthält neben zwei Songs von "In The Shadows" auch vier Live-Tracks dieser Tour. Ein halbes Jahr später erscheint mit "Time" das zweite Album der neuen Mercyful Fate, auf dem Baß-Neuzugang Sharlee D'Angelo zu hören ist. Es folgt eine weitere Tour durch die USA, die jedoch aufgrund einer schweren Grippe des Königs nach nicht einmal der Hälfte der Gigs abgebrochen werden muß. Nach seiner Genesung konzentriert er sich auf sein immer noch bestehendes Solo-Projekt. Er unterzeichnet bei Metal Blade, die mittlerweile auch Mercyful Fate unter Vertrag haben. Erstes Resultat dieser Zusammenarbeit ist im Juni '95 das King Diamond-Album "The Spider's Lullaby". Obwohl die Scheibe musikalisch absolut in Ordnung geht, scheinen viele Fans der Phantasien von King überdrüssig zu sein, denn das Album bleibt wie Blei in den Regalen liegen. Das hat Konsequenzen: King Diamond und Andy La Rocque sowie ihre neuen Kollegen Herb Simonsen (g.), Chris Estes (b.) und Darrin Anthony (dr.) haben die Koffer schon gepackt, als eine Europa-Tournee aufgrund des miserablen Vorverkaufs in letzter Sekunde abgeblasen wird. Mittlerweile haben Mercyful Fate die nächste Scheibe am Start: Das im Herbst '96 veröffentlichte "Into The Unknown" (mit Bjarne Holm an der Drums, der schon bei Zoser Mez trommelte) ist das beste Mercyful Fate-Album seit "Don't Break The Oath". Doch auch King Diamond kann '96 mit einer neuen CD dienen: "The Graveyard". Die anschließende Tour wird zur Doppelbelastung für den König: Mercyful Fate und King Diamond bereisen im Doppelpack Europa, und der Horror-Fronter darf drei Stunden lang alle Höhen und Tiefen aus seinen Stimmbändern herauskitzeln. Kurz vor Tourbeginn steigt Michael Denner aus und wird kurzfristig durch Mike Wead (Hexenhaus, Memento Mori, Candlemass, Abstrakt Algebra) ersetzt, den man '97 fest ins Mercyful Fate-Line-up aufnimmt.

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Gründungsjahr:1980 (zum editieren der Daten bitte einloggen)
Genres:Heavy Metal
Gründungsland:Dänemark
Plattenvertrag:Ja
Offizielle Homepage:http://www.covenworldwide.org/
Aktuelles LineUp:
Ehemalige Bandmitglieder:



Diskographie von KING DIAMOND
Jahr Titel Medium Kategorie Review
The Graveyard CD Album RH-Review
20 Years Ago - A Night Of Rehearsal CD Album RH-Review
Abigail II: The Revenge CD Album RH-Review
The Puppet Master CD Album RH-Review
Nightmares In The Nineties CD Album  
Deadly Lullabies Live Vinyl Album  
Deadly Lullabies Live CD Album  
Deadly Lullabyes - Live (DCD) CD Album RH-Review
20 Years Ago - A Night Of Rehearsal Vinyl Album RH-Review
Platinum Edition CD Album  
A Dangerous Meeting CD Album RH-Review
In Concert 1987 - Abigail CD Album RH-Review
The Spider's Lullabye CD Album RH-Review
House Of God CD Album RH-Review
No Presents For Christmas CD Album RH-Review
Give Me Your Soul... Please CD Album RH-Review
Them CD Album RH-Review
The Dark Sides (Mini-LP) CD Album RH-Review
The Eye CD Album RH-Review
1986 Fatal Portrait CD Album RH-Review
1987 Abigail CD Album RH-Review
1989 Conspiracy CD Album RH-Review
1998 Voodoo CD Album RH-Review




Videographie von KING DIAMOND
Jahr Titel Medium Kategorie Review




KING DIAMOND im WorldWideWeb
  http://www.covenworldwide.org/
Die offizielle King Diamond und Mercyfulfate Homepage

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Reviews von KING DIAMOND
  KING DIAMOND -- Give Me Your Soul... Please (Album)
Verfasser:Jenny Rönnebeck
Note:8
RH-Ausgabe: 242

  KING DIAMOND -- 20 Years Ago - A Night Of Rehearsal (Album)
Verfasser:Götz Kühnemund
Note:
RH-Ausgabe: 212

  KING DIAMOND -- Deadly Lullabyes - Live (DCD) (Album)
Verfasser:Götz Kühnemund
Note:
RH-Ausgabe: 211

  KING DIAMOND -- The Puppet Master (Dynamit)
Verfasser:Boris Kaiser
Note:9
RH-Ausgabe: 198

  KING DIAMOND -- Abigail II: The Revenge (Album)
Verfasser:Frank Albrecht
Note:8
RH-Ausgabe: 177

Alle Reviews von KING DIAMOND: hier klicken!



Stories von KING DIAMOND
  KING DIAMOND -- Der König lässt die Puppen tanzen (Interview - Heft Nr. 199)
  KING DIAMOND -- David Letterman hat Pech gehabt (Interview - Heft Nr. 178)
  KING DIAMOND -- Alles neu macht der Mai... (Interview - Heft Nr. 44)
  KING DIAMOND -- Waffenschein für Fensterputzer (Interview - Heft Nr. 114)
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Fans von KING DIAMOND
Folgende RH-User haben KING DIAMOND auf der Liste ihrer Lieblingsbands: ChrisDeath, Nightquest, 61df024cd2eb, edb9dfa4f753, 3fe57c2540b6, GhoulsNightOut, 66fdb1193145, 7477a7b91b7a, e0005d04afed, d14936081adc, d79913f851e2, 3e9076d20d6a, 9bb904c49757, Adolfeinstein, a4008a32af7c, ad63e7de41cb, a4791b9c4623, 90a28e79fcd0, Sardonicus, de9f029e58be, 564f39b90f29, 97aa501e3816, 18628a2d9129, BlindJustice, satanicsurfer, Elly25, , Axams1, jeckel, Franko, stormrider82, blakk_knight, midget, doomster666, Germon, AJ Rules, luna1975, Sabatoner



Tourdaten von KING DIAMOND
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