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PARADISE LOST 1988 gründen fünf junge Kids in Hallifax/Yorkshire die Band Paradise Lost. Zwei Demos (eines davon mit dem Namen "Frozen Illusion") verschaffen den Black Sabbath-Jüngern einen Deal mit Peaceville. Im Frühjahr 1990 veröffentlicht die Band ihr Debütalbum "Lost Paradise", auf dem sie die gerade in England grassierende Grindcore-Welle konsequent ignoriert. Der Sound des Quintetts ähnelt eher Bands wie Trouble oder Candlemass. Mit schweren Riffs und schleppenden Rhythmen beschwören Paradise Lost eine düstere Friedhofsatmosphäre herauf, in die Nick Holmes' Death Metal-beeinflußte Grunts stilprägend miteinfließen. Ein Jahr später erscheint "Gothic". Auf dieser Scheibe, die ihrem Titel alle Ehre macht, verbinden Paradise Lost Sisters Of Mercy-Einflüsse mit ihren bisherigen Trademarks, wodurch die Band mit einem Schlag zum Trendsetter des wenig später boomenden Gothic Metal-Genres avanciert. Besonders der Einsatz der Session-Sängerin Sarah Marianne, die man über eine Anzeige im "Sounds"-Magazin findet, macht sich bezahlt und ist bis heute ein gerne kopiertes Stilelement der Szene. Die nächste Platte, "Shades Of God", fällt etwas gemäßigter aus. Ausgerechnet die letzte Nummer des Albums, 'As I Die', wird ein Clubhit in den Underground-Discotheken. Paradise Lost etablieren das Prinzip der klaren Trennung zwischen Leadgitarre (Gregor Mackintosh) und Rhythmusklampfe (Aaron Aedy). Auch in puncto Songwriting gibt es eine klare Arbeitsteilung zwischen Mackintosh (Musik) und Holmes (Texte). Auf den darauffolgenden Tourneen hat die Band einige Probleme zu überwinden. Beim ersten Konzert in Schweden werfen Satanisten die Scheiben des Bandbusses ein, um die schwarze "Szene von ungläubigen Bands zu reinigen", und auf der US-Tour können sich die Jungs weder mit der amerikanischen Kultur noch mit Morbid Angel-"Führer" David Vincent anfreunden. Auch das interessante Experiment, dem New Model Army-Geiger Ed Alleyne Johnson in der Umbaupause Gelegenheit zu einer ungewöhnlichen Performance zu geben, stößt nicht immer auf Gegenliebe. Trotz dieser Aktivitäten erscheint bereits ein Jahr später das nächste Album, mit dem die Band ihren Stil weiter perfektioniert. "Icon" erweist sich als kleines Meisterwerk, auf dem die Combo ihren Gothic Metal geradezu zelebriert und Holmes sein Stimmvolumen besser in Szene setzt. Auch die poetischen, bilderreichen Texte passen ideal zu der sentimen-talen Atmosphäre des Albums und üben starke Anziehungskraft auf die (verhältnismäßig große) weibliche Anhängerschaft aus. Nach diesem Volltreffer, der den endgültigen Durchbruch für Paradise Lost bedeutet und eine Vielzahl von Clubhits abwirft, verläßt Drummer Matt Archer die Band. Laut Aussage der übrigen Mitglieder kann der Skinsman mit dem Erfolg der Band musikalisch nicht mitwachsen und heuert - keineswegs verbittert - hinter den Kulissen des Musiksenders MTV bei der Sendung "Headbangers Ball" an. Mit dem Ex-Marshall Law-Trommler Lee Morris wird '95 die fünfte CD "Draconian Times" aufgenommen, die zwar bombastischer und dynamischer als die Vorgänger ausfällt, aber nicht so viele potentielle Hits wie "Icon" enthält. Wie schon im Vorjahr begibt sich die Band auf große Welttournee, und nach Deutschland, das den Erfolg der fünf sympathischen Briten von Anfang an mitinitiiert hat, werden Paradise Lost auch in ihrer Heimat als größte (einheimische) Metal-Hoffnung gefeiert. Doch für das nächste Album lassen sich die fünf Burschen etwas mehr Zeit, um Presse und Fans mit einer moderneren, aber auch kommerzielleren Variante ihres Songwritings zu überraschen. "One Second" stellt die Sisters Of Mercy- und Depeche Mode-Einflüsse von Komponist Gregor Mackintosh stärker denn je heraus, und zusammen mit dem schwedischen Jungstar-Producer Sank gelingt Paradise Lost ein eingängiges, gewieftes Rock-Album, auf dem die schweren Gitarren und gleichberechtigen Keyboard-Experimente ein ausgewogenes Klangbild erzeugen. Eine erwachsene Platte, die zunächst von einigen alten Fans etwas zwiespältig aufgenommen wird, sich aber später als großer Schritt für Paradise Lost erweist. zum editieren bitte einloggen
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